Schräge Dinge, magische Sets und News aus einer anderen Dimension

Schräge Dinge, magische Sets und News aus einer anderen Dimension

Nicht nur im Kino ist in der vergangenen Woche viel passiert – auch aus der Lego-Welt gab es eine regelrechte Flut an neuen Informationen. Moritz präsentiert seine Highlights der Woche.

In den vergangenen Tagen ging es Schlag auf Schlag: Haufenweise neue Sets wurden enthüllt, fast täglich erreichten uns neue Bilder. Insbesondere die Themenwelten Friends, City, Jurassic World und die schon sehnlichst erwartete zweite Harry-Potter-Welle dominierten die einschlägigen Lego-Seiten. Abseits davon haben uns aber die immer zahlreicher werdenden Vögel auch einige heiße Details zum Stranger-Things-Set zugezwitschert und aus China gab es abschließend einen nicht unerhblichen Knall. Außerdem dürften Fans schwierig zu findender Exklusiv-Bausätze Grund zum Jubeln haben. Ich fasse der Reihe nach kurz zusammen.

Lego Friends

Die Friends-Figuren der gleichnamigen Lego-Serie werden den kommenden Sommer wieder am Strand verbringen. Nach Urlaub sieht der Ausflug dieses Mal jedoch nicht aus, denn die freundlichen Minipuppen eilen demnächst in Not geratenen Tieren zu Hilfe. Das geschieht zu Land, zu Wasser und unter der Meeresoberfläche. Vier Sets stehen aktuell im Raum, vom Einsteiger-Bausatz mit Amphibien-Fahrzeug (41376) über ein U-Boot samt Schiffswrack (41378) bis hin zu den beiden größeren Baukästen: Dem Rettungs-Leuchtturm (41380) und dem Lifeboat (41381). Alternativ kann in weniger action-lastigen Sets immer noch im Küsten-Freizeitpark entspannt oder Heartlake City mit Lifestyle-Ergänzungen erweitert werden.

Tops: Viele hübsche Farben, allen voran zahlreiche Elemente in den Nuancen korall und teal. Außerdem gibt es eine ganze Phalanx an neuen Tier-Elementen, auch eine Koralle findet nun als Sonderteil Einzug in die Lego-Welt.

Flops: Offensichtlich funktioniert das knallorange-blau-weiße Action-Thema der Küstenwache nur für Jungs, die Friends sind dann wohl für den Umweltschutz zuständig. Das passiert mit vielen Herzen und einer Menge pink. Die neuen Unterwasser-Tiere sind teilweise in echt schöne Elemente gefasst, spätestens beim rosafarbenen Einhorn-Wal stellt sich aber die Frage: Bedient Lego hier weiter fröhlich Stereotype oder will der Großteil der Zielgruppe nunmal einfach gerne pink und pastell zum Spielen? Ich habe ja kein Problem mit letzterer Option, sie beschert mir viele tolle Farben und Formen. Aber ich kann mir da auch die eine oder andere Bewegung vorstellen, die das vielleicht anders sieht.

Lego City

Die letzten Lego-News aus der Stadt bringen tatsächlich die eine oder andere Überraschung. Neben klassischen Sets (Gebäude, Figuren, Jahrmarkt) erwartet uns im Sommer auch eine neue Space-Mission. In grundsoliden und durchaus fiktiven Sets geht es zur Spuren- und Kristallsuche auf den Mars. Dabei werden jedoch einfache Builds und coole Science-Fiction mit realen Konzepten und Vorlagen vermischt. Das Ergebnis ist eine Reihe erstaunlich simpler, aber doch funktional anmutender Sets. Darunter: Ein Rover (60225), der dem Film Moon entsprungen sein könnte, ein Weltraum-Labor (sie nannten es Mondbasis, 60227) nach Vorbild der ISS, sowie Rakete (60228) und eine Raumfähre (60226). Anders als viele Vorgänger-Themen im Weltraum geht es diesmal aber nicht um Alien-Invasionen oder andere kriegerische Abenteuer. Vielmehr möchten die Dänen Kindern wohl das Interesse an der realen Weltraum-Forschung nahelegen. Das bringt sicher Freude im Kinderzimmer, aber auch ganz besonders bei erwachsenen Baumeistern, die ihre Vorräte mit einer Menge an neuen Elementen aufstocken können.

Tops: Die Figurensets zur Weltraum-Mission (60230) und dem Jahrmarkt (60234) sind gelungene Fortsetzungen der themengerechten Stadt-Population. Vor allem die Rückkehr alter Elemente (OP-Haube in weiß, Vokuhila in braun, Wurfringe in azur), gepaart mit einer ordentlichen Portion Humor und schönen Extras kann sich sehen lassen. Im Weltraum begeistern mich desweiteren die neuen Helme (absolutes Sci-Fi-Feeling!) und die zweifarbig gespritzten Kristalle. Bei den klassichen Bausätzen musste ich über den in der Donut-Shop-Eröffnung (60233) enthaltenen Riesenkringel herzlich lachen. Nachdem ich zuletzt noch Iron Man 2 geschaut habe, schreit das förmlich nach einer gewissen Szene

Flops: Interessanterweise kaum erkennbar. Viele tolle Szenen, die es so noch nicht oder schon lange nicht mehr gab. Es stellt sich vielmehr die Frage: Warum, Lego, mussten wir so lange auf die Gummiente warten?

Jurassic World

Ich mache es kurz, die Sets rund um das große Dino-Abenteuer sind schon einige Zeit bekannt. Trotzdem gab es nun nochmals offiziell die Bilder zu bestaunen und ich weiß einmal mehr, warum mich die neuen Dinos nicht vom Hocker reißen. Die Idee in allen Ehren, aber muss es wirklich eine eigene Jurassic-World-TV-Serie (Die Legende von Isla Nublar oder so ähnlich) von Lego geben, um die überteuerte Kuh noch weiter zu melken? Zum Glück haben diesmal die kleineren Sets der Welle die besten Argumente und auch die in meinen Augen schönsten Dinos (Dilophosaurus in 75934 und Triceratops in 75937). Das T-Rex-Mecha-Battle (75938) verspricht zwar Action – aber warum zur Hölle braucht es da die extra Kosten einer Lizenzreihe? Den Baryonyx gibt es nur samt sinnbefreiter Schatzsuche, was solls.

Harry Potter

Kaum verwunderlich: Die sehnlichst erwarteten Bilder der Harry-Potter-Sets haben mich da deutlich mehr überzeugen können. Vielleicht bin ich auch etwas voreingenommen, aber mein Kopf kennt dazu gerade nur noch ein Wort: Kaufen! Amazon Italien hat einen Teil der angekündigten Bausätze mit Bildern versehen, sodass wir den Großteil der Leaks und Spekulationen bestätigt bekommen: Hogwarts wird erweitert, zum ersten Mal seit 2004 mit einem Uhrenturm (75948) und zusätzlich mit der noch vermissten Behausung des Halbriesen Hagrid (75947). Der Clocktower ist zwar erstmals zum dritten Film der Reihe in Erscheinung getreten, die Neuauflage beherbergt jedoch vor allem den Weihnachtsball aus dem vierten Teil.

Dazu gibt es ein Dementoren-Value-Pack, das sich dem Zauber nach „Expecto Patronum“ (75945) nennt und neben zwei der schwarzen Ungeheuer (baugleich zu denen aus dem letzten Hogwarts-Express) auch Harry Potter und, ebenfalls zum ersten Mal nach 2003, seinen Paten Sirius Black enthält. Zusätzlich ist Baumwerk und ein wirklich cooler, transparenter Hirsch enthalten.

Der letzte bereits im Detail bekannte Bausatz dreht sich wie erwartet um das trimagische Turnier, genauer genommen die erste Aufgabe und beschließt damit endgültig den Übergang zu Film vier. Endgültig? Nein, nein, wir Schelme kennen schon ein weiteres Set: Den Fahrenden Ritter, seines Zeichens dreistöckiger Zauber-Bus, wird es auch noch geben. Da jedoch bisher nur vertrauliche Bilder mit „Confidential“-Schriftzug existieren, warten wir da noch ein bisschen. Überhaupt, diese Info ist nur die finale Bestätigung. Ich kenne da einen wahren Harry-Potter-Freak, der sich jedes der Sets garantiert im Detail vornehmen wird …

Tops: Figuren, Figuren, Figuren. Ob nun Neuauflagen, neue Gewänder (Weihnachtsball!) oder erstmals überhaupt in Lego-Form gesichtet (Fleur Delacour, Madame Maxime, Henker Macnair und Minister Fudge): Die Figuren sind wieder einmal traumhaft gelungen. Auch die Tierwesen (Seidenschnabel und der Patronus) glänzen. Dass die Sets zu den Modellen der ersten Welle aus dem vergangenen Jahr sowohl in der Optik als auch zu den Verbindungsmöglichkeiten passen, komplettiert den runden Gesamteindruck. Mein persönliches Sahnehäubchen ist aber die überraschend moderate Preisgestaltung! 90 € UVP werden z.B. für das Schloss mit acht neuen Figuren fällig und gerademal 20 € für das Patronus-Set samt Hirsch und zwei Dementoren. Der Preis pro Stein ist zwar immer noch recht hoch (vor allem bei Hagrids Hütte), aber wird durch wenig Figuren-Recycling und deutlich erkennbares Volumen ausgeglichen. Dazu gibt es noch neue Elemente wie die großen Kürbisse.

Flops: Ich mag ja Sticker, aber bei manchen Elementen hätte durchaus ein Druck mehr Spaß gemacht. Die Tür zu Hagrids Hütte beispielsweise ist zweimal enthalten und wird wohl zweimal mit demselben Holzmuster beklebt. Die neuen Figuren gut und schön, aber ein zusätzlicher Print in einem 60€-Set wäre schon noch wünschenswert gewesen. Die erste Aufgabe des Turniers ist darüber hinaus etwas spartanisch ausgefallen, wenngleich mir der Drache bis auf den Kopf zusagt. Die Flügel versprechen zumindest eine größere Spannweite, als dies auf den ersten Blick erkennbar sein mag und auch die weiteren Herausforderungen des Turniers sind noch nicht abgeschrieben: Im Schloss kündet der Feuerkelch vom Beginn der magischen Aufgaben und im Herbst erwartet uns wohl neben dem Friedhof (also dem Finale) und dem Adventskalender (Leaks haben ihn bestätigt!) noch ein weiteres, bislang unbekanntes Set.

Zuletzt habe ich zwei Kritikpunkte an den Figuren des Schlosses: Madame Maxime überragt passenderweise alle anderen Herrschaften und überhaupt sind die verschiedenen Größen der Charaktere nun besser denn je abgebildet. Aber bei einem drei Steine (!) hohen Rock-Element fallen die Arme doch sehr kurz aus. Dabei gab es schon einmal längere Elemente, für die überdimensionierten Figuren der ersten Toy-Story-Sets. Ob diese Formen jedoch noch existieren, ist fraglich: Die neuen Baukästen enthalten reguläre Figuren. Außerdem ist im Schloss der Krankenflügel angedeutet – eine schöne Premiere. Aber wo ist die Krankenschwester?

Regionale Exklusiv-Sets nun auch bei uns erhältlich

Wie bereits eingangs versprochen, haben wir hier nochmal die frohe Kunde für alle Fans regionaler Exklusiv-Sets: Baukästen wie die begehrten chinesischen Neujahrs-Sets (Asien) oder die Darth-Vader-Büste zum 20-jährigen Star-Wars-Jubiläum (USA) wird es ab Mai nun auch international geben. Allerdings werden diese Sets nach wie vor nur über den Online-Shop und nur für einen kurzen Zeitraum angeboten – solange der Vorrat reicht.

Dennoch ist das Zeichen klar: Die drohenden Revolten von uns Fans und viele, viele „Liebes“-Botschaften haben die Firma in Dänemark zum Einlenken gebracht. Das ist in meinen Augen ein großer Sieg für die Fan-Gemeinschaft und zeigt, dass unsere Stimmen irgendwie doch ins Gewicht fallen. Also: Weiter den Mund aufmachen und am besten schnell sein, wenn ihr eines der regionales Exklusiv-Sets unbedingt haben möchtet.

Braille-Bricks

Es tut mir ehrlich weh, dieses Thema nur am Rande anzuschneiden. Leider habe ich dazu noch zu wenige Infos und auch zu wenig Erfahrung mit der Materie. Trotzdem finde ich diese Entwicklung fantastisch: Lego bringt einen Kasten mit Braille-Bricks auf den Markt. Das sind keine französischen Delikatessen, sondern vielmehr Steine, deren Noppenbild das Blinden-Alphabet darstellen. Sprich: 2×4-Steine mit verschiedenen Anzahlen und Anordnungen der bekannten Lego-Noppen, damit visuell beeiträchtige Menschen damit Lesen und Schreiben können.

Ich finde den Gedanken alleine deshalb so toll, weil Lego in seiner Kerneigenschaft ein zutiefst haptisches Erlebnis ist und für (wie auch immer) beeinträchtigte wie gesunde Menschen gleichermaßen geeignet ist. Diesen Gedanken fortzuführen und damit zum Beispiel Kindern das Lernen von Braille-Schrift spielerisch zu ermöglichen, empfinde ich – jenseits aller unternehmerischen Gedanken – als großartige Entwicklung. Warum nicht einfach schon früher?

Stranger Things

Zum Abschluss der Set-News hier noch die bereits gestern ausführlich vorgestellten Infos: Ja, das Stranger-Things-Set zur gleichnamigen Netflix-Serie kommt und das vermutlich bereits am 15. Mai! Weiter soll das Set 199,99€ kosten und – glaubt man einer sehr verlässlichen Quelle – durchaus diesen Preis wert sein. Wir erwarten Großartiges!

Lego gegen Lepin: Razzien in China!

Bevor ich euch aber in die wohlverdiente Lesepause entlasse, möchte ich natürlich auch die jüngste Meldung aus der „Causa Lepin“ nicht unerwähnt lassen. Bestimmt kennt ihr die hitzige Debatte rund um die Nachahmer-Produkte aus China. Seit über zwei Jahren kämpft Lego nun vor Gericht dagegen, dass nicht nur den Chinesen eigene Bausätze aus Klemmbausteinen auf den Markt geworfen werden. Vielmehr hat sich besonders die Marke Lepin den zweifelhaften Ruf eines knallharten Raubkopierers erarbeitet. Die Verwendung originaler Lego-Artworks zur Promotion ihrer nicht weniger geklauten Produkte oder eines Logos, das nicht von ungefähr an das der Dänen erinnert, wurde der asiatischen Firma inzwischen sogar von einem chinesischen Gericht untersagt.

Nun erfolgten auch erste handfeste Aktionen: Ncht nur (so die offiziellen Meldungen) dass rund 680.000 verkaufsfertige Bausätze im Wert von ca. 3 Mio. US-Dollar und etliche Gussformen beschlagnahmt wurden. Bei Razzien in Shanghai sollen daneben vier ranghohe Mitarbeiter, darunter angeblich auch der Lepin-Chef selbst, festgenommen worden sein.

Wohin diese Handlungen tatsächlich führen, muss sich erst noch zeigen. Fakt ist aber, dass ich Raubkopien – egal ob alter oder aktueller Sets – persönlich nicht gutheiße. Blind behauptet würde ich vermuten, dass ein Großteil unserer Leser in irgendeiner Art und Weise am Verkauf von intellektuellem Eigentum profitiert. Was einem kurzfristig billige Steine (aus zweifelhafter Quelle) beschert, bedroht langfristig Jobs und auch die Entwicklung von neuen Produkten. Was uns und euch an Lego nicht passt, können wir gerne publik machen. Dass dies in kleinen Erfolgen münden kann, zeigt zum Beispiel die oben angesprochene Marktöffnung für regionale Exklusiv-Sets, aber auch der Erfolg und fortwährende Betrieb von Plattformen wie Lego Ideas oder dem Bricklink Afol-Designer-Programm.

Legale Konkurrenz ist wohl auch bei Lego gerne gesehen, denn sie belebt im Idealfall das Geschäft und zeigt Markttrends abseits der eigenen Entwicklung auf. Aber Raubkopien bleiben nunmal solche und beschädigen am Ende sogar das Vertrauen innerhalb der Fanbase. Kaufe ich noch günstig originales Lego oder doch nur B-Ware aus illegalen Quellen? Dass diese Produkte oftmals auch nicht die Sicherheits- und Qualitätskriterien erfüllen, die wir uns von Lego versprechen, sollte eigentlich gar nicht mehr gesagt werden müssen. Und wer nur einmal in seinem Leben gesehen hat, wo die originalen Lego-Steine herkommen und wie sie produziert werden, weiß, dass an Kommentaren wie „Das kommt doch aus derselben Fabrik“ nur eines dran ist: Nichts, außer blödem Geschwätz. In diesem Sinne bin ich wirklich gespannt, wie sich der Umgang mit Klonmarken in Zukunft noch entwickeln wird.

Und damit beschließe ich diese lange und doch irgendwie knapp gehaltene Zusammenfassung der aktuellsten Lego-News. Einiges vom Genannten werden wir sicher auch mal im Detail beleuchten können, anderes findet ihr ansonsten auch selbst auf den einschlägigen Seiten. Habt ihr schon einen Blick auf die Bilder-Flut geworfen? Und wie bewertet ihr die aktuellsten Entwicklungen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Moritz
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