Requiem für einen Rover

Requiem für einen Rover

Ein Mars-Rover trauert um seine Geschwister? Am 13. Februar hat die NASA offiziell eine weitere Mission auf dem roten Planeten beendet. Stefan Schindler nimmt deshalb in einer rührenden Lego-Szene Abschied von „Opportunity“. Requiem für einen Rover.

Stellt euch vor, ihr sucht verzweifelt nach eurem betagten Handy, wissend, dass ihr es wohl nie wieder finden werdet. Und dann denkt ihr an die unzähligen Stürze, die vielen SMS und vielleicht auch die ersten mobil abgerufenen Websites zurück. Irgendwann aber müsst ihr die Suche aufgeben. Etwas größer – und vielleicht auch etwas weniger trivial – aber ähnlich emotional dürfte eine Szene sein, die Stefan Schindler kürzlich auf Flickr vorstellte: In seinem MOC „Farewell, Opportunity“ verabschiedet sich Curiosity von seinen „Brüdern“.

Farewell, Opportunity | © Stefan Schindler

Natürlich ist die Chance nicht wirklich ein Geschwisterchen der Neugierde – wenn sie auch oft Hand in Hand gehen. Aber die beiden Mars-Exploration-Rover (MER-A/B) „Spirit“ und „Opportunity“ sind in jedem Fall die geistigen Vorläufer des moderneren „Curiosity“, der im Rahmen der (damals noch unter „Cuusoo“ firmierenden) Marke Lego Ideas sogar als Set (21104) hervorgegangen ist. Von Spirit gibt es bereits seit 2011 keine Rückmeldung mehr, Opportunity verstummte erst im Juni vergangenen Jahres – er überlebte die geplante Missionszeit um das 55-fache. Am 13. Februar 2019 beendete die NASA offiziell die Versuche zur Kontaktaufnahme und erklärte die überaus erfolgreiche Mission für beendet.

Eine rührende Szene

In Stefans wirklich rührender Komposition legt dessen ebenfalls selbst konstruierter Rover Curiosity symbolische Blumen vor den schwarzen Schatten seiner Vorgänger ab. Neben den Zwillingen, MER-A Spirit und MER-B Opportunity, ist auch deren Vorgänger Sojourner aus der Pathfinder-Mission mit von der Partie. Beeindruckend an der Darstellung ist vor allem der Detailreichtum – bei stimmigen Größenverhältnissen der Marsfahrzeuge zueinander. Alle wesentlichen Details sind umgesetzt: Die keilförmigen Solar-Paneele der MERs, Sojourners schlichte Quaderform, Curiositys komplex gefedertes Radgestell. Auch die Antennen-Anordnungen von Spirit und Opportunity sind liebevoll nachgebildet. Ganz besonders sticht aber – neben der symbolischen Farbgebung – auch die Teileverwendung für die Räder selbst heraus: Kommen bei Sojourner noch 1×1-Rundplatten mit Loch zum Einsatz, werden für die größeren Räder der MERs schwarze Minifigurenköpfe verwendet. Ich muss an dieser Stelle an den ersten Lego Movie denken, ihr auch? Curiosity darf dann als jüngster der Reihe schon auf Gummireifen fahren – ganz so, als wäre er dem ABS-Kindergarten bereits ein Stück entwachsen.

Dies ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass Stefans Modelle allesamt aus Lego-Steinen bestehen und wirklich meisterhaft umgesetzt sind. Curiosity stellte er bereits vor einiger Zeit separat vor. Schön, dass nun, am Ende ihrer Tage, auch dessen Geschwister noch eine würdige Umsetzung erfahren durften. Ein Requiem für die alten Generationen der Mars-Rover sozusagen. Hier noch eine Nahaufnahme des Jüngsten:

Curiosity aus dem Jahr 2015 | © Stefan Schindler

Mit Lego zum Mars

Übrigens, Lego selbst hat den MERs bereits zwei Umsetzungen beschert, beide zum Missionsstart im Jahr 2003. Damals erschienen unter dem Mantel der Discovery-Channel-Reihe sechs Bausätze. Darunter: das System-Set „Mission to Mars“ (7469) und der große Technik-„Mars Exploration Rover“ (7471). Der exklusive „Lunar Lander“ (10029), ein echter Klassiker, entstammt derselben Familie.

Und damit ihr zum Abschluss die oben gezeigten Modelle auch in der richtigen Stimmung genauer unter die Lupe nehmen könnt, gibt es hier noch einen exklusiven Brickdown-Musik-Tipp zum Thema: Mythodea, ein Stück des griechischen Komponisten Vangelis (u.a. bekannt für den Soundtrack zu 1492: Conquest of Paradise). Es wurde 2001 zur offiziellen Musik des Mars-Orbiters „2001 Mars Odyssey“, welcher in Legoform ebenfalls im oben genannten Set 7469 enthalten war, zusammen mit drei verchromten 2×2-Radarschüsseln.

Was haltet ihr von den Mars-Missionen und – noch wichtiger – von Stefans Rover-Requiem? Lasst es ihn auf Flickr und uns hier in den Kommentaren wissen! Und vielleicht gibt es ja demnächst noch mehr aus der Space-Ecke hier auf Brickdown zu sehen? Für mehr Weltraum-Action checkt auf jeden Fall Thilos kurzweiliges Brickdown-Review zu Bennys Space-Team!

Moritz
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