Die Ikone – UCS Slave I

Die Ikone – UCS Slave I
  • Figuren (%)
  • Aufbau (%)
  • Design (%)
  • Preis / Leistung (%)
  • Funktionen (%)
  • Swooshability (%)
89.2%

Das Urteil der Redaktion

Die Slave I ist ein optisch herausragendes Set mit einer gelungenen Figurenauswahl und nur kleineren Mängeln. Für Fans der Originaltrilogie eine dringende Kaufempfehlung!

Nach einer ungewöhnlich langen Laufzeit von etwa vier Jahren verschwindet die UCS Slave I mit der Artikelnummer 75060 aktuell aus dem offiziellen Handel. Wer die Preisentwicklung von UCS-Sets aus dem Bereich Star Wars kennt weiß, dass nun die letzte Gelegenheit ist, das Schiff noch zu erwerben.

Ausgangslage

Doch die entscheidende Frage vor dem Kauf ist ja: Lohnt es sich auch? Dieses Review wird sich daher nicht mit Spare-Parts, der Verpackung oder der obligatorischen Dauerwerbesendung mit dem Setdesigner beschäftigen. Hier geht es um das, was zählt. Kann die UCS Slave I überzeugen?

Figuren

Bei der Figurenauswahl kommen wir an einem wunderbar detaillierten Boba Fett natürlich nicht vorbei. Die Zeiten, in denen jeder versucht hat den Cloud City Boba zu ergattern, sind längst vorbei. Lego hat erkannt, was der Endverbraucher möchte und die Preise für Figuren beliebter Charaktere sinken rapide.

Ein ungaublich lässiger Typ – holt eure Töchter von der Straße!

Die zweite Hauptfigur, weshalb sich Boba in jener Wolkenstadt aufhielt, ist natürlich Han Solo. Dieser erhielt zwei unterschiedliche Gesichtsausdrücke – vor und nach der Karbonisierung. Zudem kann er wie bei der vorherigen, kleineren Slave I in den Karbonitblock eingeclippt werden – schönes Gimmick!

So muss das wohl sein, wenn man seinen eigenen Sarg sieht.

Anstatt den Karbonitblock zu tragen stolziert Mister Fett lieber in seiner shiny Rüstung umher. Also muss für niedere Arbeiten eine Bespin Guard ran. Deren Outfit ist, wie man es kennt, sehr oldschool. Gefällt mir aber ungemein. Eigentlich wären für den fachgerechten Transport der wertvollen Menschenfracht zwei Wachen angebrachter, aber Lego knausert hier wie so oft und gibt nur eine Figur bei.

Man sieht den leeren Augen des Herrn schon an, dass er sich ein wenig einsam fühlt.

Aushelfen kann der ebenfalls beiliegende Stromtrooper. Oder alternativ während der Flucht umherballern und außer Wänden und wichtige Schalttableaus nicht viel treffen. Insgesamt vielleicht eine Figur zu wenig, aber dennoch eine sehr einfache und schlüssige Auswahl.

Excuse me Sir, do you have some time to talk about the Galactic Empire?

Aufbau

Man erkennt von Beginn an, wohin die Reise geht. Die ikonische rostrote untere Hälfte der Slave I ist mit Legosteinen durchaus schwer abzubilden. Nach Fertigstellung fällt dies aber nicht mehr so negativ auf, wie zu Beginn.

Es kann bereits swooshen!

Das Technikgerüst war für mich wie immer ein Graus, aber inzwischen geht ohne diese Grundskelette nichts mehr. Andere sind da vermutlich weniger sensibel.

Am linken Bildrand sieht man Han Solo bereits fertig verpackt und abflugbereit.
Hat sich Ralph McQuarrie da etwa von südamerikanischen Kulturen inspirieren lassen?

Der Pilot des Schiffs kann nun in einer Hülle aus unglaublich formschönen Rundsteinen platznehmen. In dieser Bauphase war das Anbringen der vielen Slopes in SNOT-Bauweise wahrlich ein Genuss.

Schöne Kurven!

Die Form und finale Größe des Schiffes werden nun immer vollständiger ablesbar. Die Farben sind so gut getroffen wie es mit Legosteinen möglich ist. Die Slave I von 2006 hatte eine Basis aus braunen Steinen, die beiden Nachfolger nun eine weinrote Ausführung. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

Fliegen funktioniert schon, schießen noch nicht.

Ein Lob an den Designer, welcher den länglichen Bug wie im Original leicht schräg umgesetzt hat. Das wurde bei den kleineren Versionen stets außer Acht gelassen. Allerdings sind die mit Plates realisierten und nur punktuell befestigten Seitenverkleidungen definitiv der Schwachpunkt des Schiffes. Sie werden bei unsachgemäßer Handhabung schnell in Mitleidenschaft gezogen, was durchaus zum Gesamtkollaps des Sets aus den Händen und Richtung Fußboden führen kann.

Macht doch schon ordentlich was her.

Mit den Bordgeschützen kann Boba seinen Opfern ordentlich einheizen. Auch hier eine Verbesserung gegenüber den Vorgängern: Die Hauptkanonen müssen nicht einzeln verstellt werden und sind somit immer parallel ausgerichtet.

Fokus ist alles.

Fazit

Ich durfte mit der UCS Slave I eines meiner größten und teuersten Sets aufbauen. Die Freude daran war dementsprechend riesig. Und das Endergebnis erst! Für meinen Eindruck wurden die Proportionen und Formen des Schiffs so gut wie möglich getroffen. Dagegen können die kleineren Brüder nicht ansatzweise mithalten und wirken im Vergleich geradezu lächerlich. Selbst die Unterseite der Slave I ist detailliert gestaltet.

Die Luke lässt sich mittels des Plate Modified öffnen, um Han Solo direkt verladen zu können.
Auch an die seitlichen Raketen wurde gedacht.

Allerdings fragte ich mich während des Bauvorgangs, ob ich nicht doch eines der neuen Juniors-Sets aus dem Regal gegriffen habe. Die Bausteine sind in sage und schreibe 13 Tüten samt Untertüten (!) aufgeteilt. Für jemanden wie mich, der gerne auf die Plastiktüte beim Dönermann verzichtet, wirklich unangenehm und schlicht unnötig.

Nach diesem Schema wird auch die Bauanleitung endlos in die Länge gezogen, sodass ein riesiges Buch daraus entsteht. Meistens wird je Bauabschnitt nur ein einzelner Stein gesetzt, mit einer seitenfüllenden Abbildung der kompletten Slave I. Früher war gerade die UCS-Reihe für anspruchsvolles Bauen bekannt. Sets, die man nicht schnell an einem Abend hochziehen konnte. Inzwischen versucht Lego offenbar die Komplexität zu minimieren, aus welchen Gründen auch immer.

Dies soll allerdings keine Kritik am Designer des Sets sein. Denn die UCS Slave I kann mit vielen simplen, aber sehr effektiven Bautechniken überzeugen. Es war immer wieder ein schöner Moment, wenn ein extra gebauter Abschnitt mit dem Schiff verbunden wird und plötzlich alles Sinn ergab.

Zusätzlicher Tipp der Redaktion: Direktes, ungefiltertes und vor allem weißes Licht steht dem Set nicht sehr gut. Die vielen hochglänzenden Rundsteine können so nicht wirklich den rustikalen, abgenutzen Look der Slave I wiedergeben. Versucht die Slave I indirekt zu beleuchten und an euren Lampen Filter wie Lampenschirme zu verwenden. So wirkt das Schiff schön matt und unaufgeregt.

Gut aufgeständert. Allerdings finde ich sie liegend noch schöner.

Und so steht sie nun bei mir im Regal und sieht einfach unglaublich gut aus. Wer etwas mit der Vorlage anfangen kann, kommt an diesem Set definitiv nicht vorbei oder hat es längst in seinem Besitz.

4 Kommentare
Michael
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4 Kommentare

  • Dr. Zarkow
    8. Januar 2019, 22:02

    Ich finde das Set ist der Hammer! Leider gefällt mir da die Figur nicht so. Das sandblau hätten Sie sich sparen können und lieber hellgrau hernehmen sollen.

    REPLY
  • […] des Kopfgeldjägers bekommt abermals ein Spielset-Redesign. Mit der UCS-Version von 2015 (ein ausführliches Brickdown-Review gibt es hier) frisch aus den Läden und der kleinen Version im noch relativ jungen Cloud City (Set 75222, 2018) […]

    REPLY
  • Scatha
    14. Februar 2019, 9:43

    Hallo Michael,

    vielen Dank für das ausführliche und schön geschriebene Review zu einer OT-Ikone! Auch ich habe die UCS Slave I in meinem Besitz und kann daher deine aufgezählten Punkte gut nachvollziehen.

    "Früher war gerade die UCS-Reihe für anspruchsvolles Bauen bekannt. Sets, die man nicht schnell an einem Abend hochziehen konnte. Inzwischen versucht Lego offenbar die Komplexität zu minimieren, aus welchen Gründen auch immer."
    Ich glaube, dass TLG hier sich an den Bedürfnissen der Kundschaft orientiert. Dazu würde ich nicht nur die Beliebtheit der UCS Sets bei jüngeren Kunden sehen, welche die "größen Sets" von den Eltern geschenkt bekommen und damit spielen. Auch die gesunkende Freizeit und Aufmerksamkeitsspanne bei vielen Erwachsenen (Generation Smartphone und Facebook) zähle ich mit dazu, welche sich nicht mehr mehrere Abende mit dem Aufbau eines Sets beschäftigen möchten.

    Die zusätzlichen Figuren (zweiter Stormtropper und Bespin Guard) wären m.E. auch angebracht gewesen, um den Spielspaß zu erhöhen. Leider zeichnen sich die jüngeren TLG-Sets immer stärker durch eine Figurenknappheit aus, einmal um den Sammlermarkt scheinbar nicht zu verärgern, andererseits um die eigenen Produkte attraktiv zu halten. Schade, dass dabei tolle Sets wie die UCS Slave I für deren Besitz man mit 199,99 Euro ordentlich zur Kasse gebeten wird/wurde, ein gewisses Ausstattungsmaß vorweisen sollte.

    Ein Foto von schön gedesignten Cockpit-Innenraum wäre zur Abrundung der Präsentation noch einbringlich gewesen.

    REPLY
    • Michael@Scatha
      1. März 2019, 11:58

      Vielen Dank für das ausführliche Feedback!
      Ich gebe dir recht, ein Foto vom Cockpit wäre noch schick gewesen, denn gerade der Bereich hat auch mir sehr gut gefallen.

      Ansonsten kann ich dir nur voll zustimmen, Lego spart eben an allen Ecken und Enden. Die erneute Stickermisere bei diesem Set habe ich hierbei nichtmal erwähnt. Aber letztlich bleibt es für mich trotzdem ein großartiges Set, welches den Kauf auf jeden Fall wert ist.

      REPLY

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