Lego, Death + Robots

Lego, Death + Robots

Was passiert, wenn Roboter ihre Erbauer überleben? Dieser Frage geht die Folge „Drei Roboter“ der neuen Netflix-Anthologieserie Love, Death & Robots mit schicken Animationen und viel schwarzem Humor auf den Grund. Lu Sim hat bereits kurz nach Ausstrahlung der Folge einen der Protagonisten aus Lego-Steinen nachgebaut. Und das Ergebnis ist großartig!

Der Streaming-Anbieter Netflix ist ja durchaus für hochwertige und erfolgreiche Eigenproduktionen (darunter House of Cards und Stranger Things) bekannt. Der neueste Coup der Plattform ist die Anthologie-Serie Love, Death + Robots (LDR), die in 18 in sich geschlossenen Folgen allen möglichen Themen der Science-Fiction in animierter Form auf den Grund geht. Interessant: Obwohl durchaus voller bunter Gestalten, ist die Serie aufgrund expliziter Darstellungen und teils durchaus schwarzen Humors nicht jugendfrei.

Ein gutes Beispiel für diesen schwarzen Humor findet sich bereits in der zweiten Folge. Drei Roboter betreiben Sightseeing der postapokalyptischen Art: Sie besichtigen eine untergegangene Stadt („hast du eine gesehen, kennst du sie alle“) und sinnieren dabei über die Menschen, deren sterbliche Überreste sie rundherum vorfinden. Und über Katzen, aber das tut hier nichts zur Sache. Viel interessanter ist doch: Es hat nur wenige Tage gedauert, bis der erste Roboter dieser Folge auch eine eigene Lego-Version spendiert bekam. „K-VRC“ von Lu Sim (Messymaru) ist das Plastik-Ebenbild eines Babysitter-Bots, der zusammen mit XBOT 4000 (dat Wortspiel!) und G (erinnert an TARS aus Interstellar) die Überreste menschlichen Lebens erkundet.

Love, Death + Robots | K-VRC | Lu Sim
Ein süßer, orange-farbener Babysitter? Auf jeden Fall hat er keine Ahnung von Katzen. Und davon, wie man auf Kinder aufpasst – denn sonst gäbe es noch welche. | Lu Sim via Flickr

Ausdrucksstark

K-VRCs bestes Design-Feature in der Folge ist zweifellos die Ausdrucksstärke seines Gesichtes. Der Bildschirm zeigt eine große Bandbreite an nahezu menschlichen Emotionen und erinnert nicht von irgendwo an moderne Pflegeroboter. Aber was macht nun ein Moccer, der nur statische Elemente zur Hand hat? Genau: Einfach alle einzeln bauen. Lu Sim schafft es mit großartigen Teilekombinationen nahezu jedes der markanten Gesichter des Babysitter-Bots zum Leben zu erwecken. Eine Auswahl findet ihr hier, mehr gibt es auf Flickr und seiner Homepage. Ich finde es einfach fantastisch, wie die bedruckte Fliese aus dem Buchstabenset einmal als Mund und einmal als Augen Verwendung findet.

Auch abseits der Gesichtsplatte lässt sich Lus Lego-Roboter wunderbar artikulieren. Durch die Verwendung von 1×1-Rundplatten mit Loch und ihren Verwandten, den Rundplatten mit Loch und Bar (Element 32328) lassen sich alle Gelenke von K-VRC einzeln bewegen. Letzteres Element nenne ich ja auch gerne „Espressomaschinen-Siebträger“ oder einfach das „Kaffee-Teil“.

Lego und Netflix

Fernsehserien wurden bei Lego bereits häufiger thematisiert. Ob mit den Simpsons, etlichen Lego Ideas-Sets oder im Rahmen einer größeren Lizenz wie Superheroes. In letzter Zeit finden sich immer öfters auch die Spuren einer Zusammenarbeit zwischen den Dänen und Netflix. Nicht nur, dass der Streaming-Dienst eine ganze Menge an Lego-Filmchen zeigt, Friends gibt es dort sogar als exklusive Serie.

Glaubt man den Gerüchten (ich mag Gerüchte!), funktioniert dieser Austausch von Material bald auch andersherum. Immerhin stehen die Anzeichen in Richtung eines exklusiven und nicht zu kleinen Bausatzes zur Fantasy-Serie Stranger Things. Ein weiterer Testballon, ob sich auch Inhalte für älteres Publikum im Lego-Sortiment eignen, wenn dieses von Streaming-Plattformen kommt? Auch Stranger Things sollten, geht man nach der FSK, keine Jugendlichen unter 16 überhaupt erst ansehen.

So oder so, wenn Netflix und Co. schönes Material liefern, hält dies auf jeden Fall die ältere Fangemeinde nicht vom Bauen ab. Wie gelungen solche Umsetzungen aussehen können, zeigt Lu Sim mit dem LDR-Charakter oben sehr schön. Und damit auch die jüngeren (sorry!) oder die nicht-Netflixer (gibt es euch noch?) wissen, worüber ich eigentlich schon wieder viel zu lange schwadroniere, gibt’s hier noch ein Vergleichsbild.

Love, Death + Robots | ©Netflix 2019
XBOT 4000 und K-VRC aus Love, Death + Robots, Folge 2 | © Netflix 2019

How to train build your robot

Fans von Lego-Robotern wissen es möglicherweise: Lu ist kein Unbekannter, wenn es um Brick-Mechas geht. Neben Flickr stellt er auf seiner Homepage das Mecha-Wars-Projekt vor. Neben tollen Bildern gibt es dort auch die Möglichkeit, Bauanleitungen zu kaufen. Ob für ein universales Mecha-Grundgerüst, das „Reframe System“ oder auch den hier vorgestellten K-VRC: Wenn ihr euch nicht sicher seid, wie ihr die Roboter bauen sollt, könnt ihr dort einmal vorbeischauen.

Und wie immer gilt auch: Lasst uns hier im Blog und Lu auf Flickr eure Kommentare da. Wie gefällt euch der Babysitter-Bot? Habt ihr LDR schon gesehen? Oder habt ihr selbstgebaute Lego-Roboter zuhause rumstehen? Wir freuen uns über eure Beiträge!

Moritz
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