Knick in der Optik?

Knick in der Optik?

Es braucht nicht immer einen großen Steinevorrat oder die beste Bautechnik, um mit Lego kreativ zu werden. Das jüngste Beispiel stammt von Akhil Kumar, der mit grandiosen Zeichnungen coole Lego-Illusionen erschafft und perspektivische Grenzen überschreitet. Habt ihr auch einen Knick in der Optik?

Coole Lego-Illusionen, Teil 1

Mit der Perspektive ist es im Lego-Hobby ja so eine Sache. Manchmal versucht man sie zu erzwingen, zum Beispiel durch eine Staffelung von miniaturisierten Modellen. Forced Perspective nennt man diese künstliche Erzeugung von Perspektive im Modell und sie funktioniert meist am Besten durch Fotografie. Dies ist wohl auch die gängigste Lego-Illusion, die manchmal mehr, manchmal weniger gut funktioniert. Andere Modellbauer versuchen durch Einsatz von hellen und dunklen Elementen Licht und Schatten zu simulieren – ein Beispiel haben wir euch letzte Woche hier im Blog vorgestellt. Auch die Fotografie selbst kann eine kleine Szene besonders mächtig erscheinen lassen (Michael hat euch bereits eine Auswahl präsentiert). Und wir selbst versuchen mit Brickitdown, euch ebenfalls neue Perspektiven zu eröffnen – auf das Hobby Lego allgemein. Heute und morgen richten wir daher in einer kleinen Mini-Serie den Blick auf besonders coole Lego-Illusionen.

Eine großartige Interpretation von Perspektive und Lego präsentiert uns nämlich Akhil Kumar auf Flickr. Im Gegensatz zu den meisten Moccern benötigt er lediglich eine Handvoll Teile für seinen Zauber: Er setzt Figuren(-Teile) auf ein Blatt Papier – und zeichnet einfach eine coole Szene drumherum. Könnt ihr euch nicht vorstellen? Bitteschön:


Komm rein, es ist gar nicht kalt!“ | © Akhil Kumar


Als würden die (wie wir wissen) dreidimensionalen Figuren einfach aus der Zeichnung entwachsen, zeichnet Akhil nicht nur eine Grundplatte. Vielmehr vermittelt die Verwendung verschiedener Figurenteile an sorgfältig gewählten Positionen den Eindruck, das Papier sei mehr als eine glatte Fläche. Damit reiht er sich im Geiste zwar zu anderen 3D-Graffiti-Künstlern, der Miniatur-Effekt und ein toller Foto-Winkel verleihen der Kreation jedoch einen ganz besonderen Charme. Auch das nächste Modell funktioniert auf diese Art, enthält aber eine ganze Reihe zusätzlicher (und natürlich gezeichneter) Details.


Büro-Geschichten | © Akhil Kumar

Grenzenlose Kunst

Wo ist hier die Zeichnung zuende und wo beginnt das Modell? Die Grenzen zwischen zweiter und dritter Dimension verschwinden bei Akhils witzigen Zeichnungen (oder sind es doch Modelle?) sehr schnell. Dazu trägt mit Sicherheit auch die Verwendung einer reduzierten Farbpalette bei Bild und Figuren bei. In meinen Augen dürfte sich da so mancher Modellbauer ein paar Blätter kopieren. Aber auch die witzigen Details (ein Lego-Männchen mit Spielzeug-Autos auf dem Schreibtisch?) tun ihr Übriges. Dass die Qualität der Sketche darüber hinaus wirklich hoch ist, muss eigentlich nicht extra gesagt werden. Ich liebe ja das Spaceship-Design im oben gezeigten Header-Bild.

Zum Schluss bleibt mir an dieser Stelle nicht mehr übrig, als euch zu eigenen, coolen Lego-Illusionen zu ermuntern. Akhil zeigt, dass es nicht immer den größten Steinevorrat und die teuerste Kamera für ein witziges Lego-Modell braucht. Also: Ran an Bleistift, Steine und Papier! Aber vergesst bitte nicht, vorher den Künstler auf seinem Flickr-Account oder Instagram zu unterstützen und uns hier eure Gedanken zu dieser Art von Lego-Kunst dazulassen.

4 Kommentare
Moritz
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4 Kommentare

  • Ryk Thiem
    31. März 2019, 8:31

    Sehr schöner Artikel und ein sehr schönes Fundstück. Da Flickr eine scheinbar sterbende Plattform ist, die zumindest in meiner subjektiven Wahrnehmung nur noch von wenigen Nutzern älterer Semester regelmäßig genutzt wird, empfehle ich zumindest bei diesem Nutzer ebenfalls seinem sehr viel umfangreicher befüllten Instagram-Account zu folgen. Es lohnt sich.

    https://instagram.com/akhilkumarsuthar

    Überhaupt mag ich euren Blog insgesamt sehr gerne. Macht weiter so.

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    • Moritz@Ryk Thiem
      31. März 2019, 15:07

      Vielen Dank für deinen Kommentar, ich habe den Instagram-Link direkt noch in den Beitrag aufgenommen. Leider hast du recht, was Flickr betrifft. Wobei man dazu sagen muss: Das professionelle Klientel bevorzugt die ältere Plattform vor allem wegen der Qualität. Ich persönlich halte das exklusive Posten von eigentlich hochwertigen Fotos auf Instagram für eine wahnsinnige Verschwendung, das jeglichen Anspruch an Qualität zunichte macht. Umso mehr freut es mich, dass Akhil scheinbar seine Flickr-Präsenz nun etwas intensiviert und promote das dann auch gerne. 🙂

      Danke auch noch für das Lob zum Blog selbst. Das ermuntert uns auf jeden Fall, die Arbeit weiter zu machen!

      REPLY
  • Lisa
    31. März 2019, 10:43

    Ich hab die Bilder grad mit meinen Kids angeschaut und hab jetzt die größte Not, dem Fünfjährigen zu erklären, was Perspektive ist… *schwitz*
    Aber im Ernst: Die Bilder sind mega!

    REPLY
    • Moritz@Lisa
      31. März 2019, 15:13

      Sorry, but not sorry! 😀
      Besser kann es ja gar nicht laufen, wenn Lego Kinder neugierig auf die Welt außerhalb der bunten Steine macht. Ich glaube, diese Zeichengeschichte wäre mal eine coole Idee für den Kunstunterricht. Auf jeden Fall freut es mich, dass ihr durch den Beitrag ein paar schöne Minuten hattet!

      REPLY

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