h2brick – Moccer des Monats März ’19

h2brick – Moccer des Monats März ’19

In unserer brandneuen Kategorie stellen wir jeden Monat einen Baumeister vor. Den Anfang macht H2Brick. Der talentierte Lego-Builder aus München im Interview.

Es ist März und nun startet auch unsere neue Kategorie: Der Moccer des Monats. Jeden Monat suchen wir für euch einen vielversprechenden Baukünstler und featuren ihn einen Monat lang im Footer von Brickitdown. Das ist aber nicht alles: Zusätzlich gibt es ein Interview mit dem Moccer, in dem ihr mehr über ihn, sein Hobby und seine Person erfahrt. Unser erster Baumeister des Monats ist der talentierte Tfol Noah aus München – besser bekannt als h2brick.

Christian: h2brick, Du bist unser allererster Moccer des Monats. Erzähl unseren Lesern etwas über dich: Wer bist du? 

Noah: Hi! Mein Name ist Noah, ich bin 17 Jahre alt und lebe zur Zeit in München – ursprünglich komme ich aus Heidelberg.

C: Wie bist du zu Lego gekommen?

N: Wie bin ich zu Lego gekommen? Das ist eine interessante Geschichte. (lacht) Erstmals habe ich im Alter von eineinhalb oder zwei Jahren mit Lego gespielt. Das erste Set an das ich mich wirklich erinnern kann, ist ein Müllauto.

C: Ein Müllauto?

N: Ja. Ich erinnere mich: das war orange, verziert mit ein paar weißen Steinen – ein bisschen dark bluish gray war auch dabei. Da war ich vielleicht vier Jahre alt. Ich habe als Kind alte Kisten mit Lego von meinen Eltern oder Großeltern bekommen.

C: Zu den „Dark Ages“. Hattest du die schon, beziehungsweise glaubst du, dass sie noch kommen werden?

N: (lacht) Nein, das glaube ich nicht. Ich habe schon öfters von Afols gehört, dass sie diese Dark Ages-Zeit hatten. Bei vielen habe ich erfahren, dass es auch daran lag, dass ihnen die Inspiration fehlte, oder einfach die Motivation abhanden kam, etwas zu bauen. Ich gehe das anders an. Ich habe mir selbst gesagt, dass wenn der Tag kommt, an dem ich nicht die Motivation finde etwas zu bauen – werde ich mich in mein Zimmer einsperren und mir sagen, ich muss etwas mit meinen Steinen machen. So entstanden einige meiner besten Ideen bisher! Also, richtige Dark Ages hatte ich nicht. Ich versuche jeden Tag etwas mit Lego zu machen – sei es etwas zu bauen, neue Techniken auszuprobieren oder meine Minifiguren zu sortieren. Doch wie bei jedem anderen auch, gibt es mal Momente bei denen ich wenig motiviert bin.

Hunter Program | Jedi Intercepter Mashup by h2brick, auf flickr

C: Dein Lieblingsthema beim Bauen ist offensichtlich Star Wars. Was fasziniert dich an dem Themengebiet?

N: Star Wars hat sich bisher hauptsächlich um die Skywalker-Familie gedreht, wenn wir die Stand-Alones Rogue One und Solo mal außen vor lassen. Das Star Wars-Universum bietet aber viel mehr Möglichkeiten an Geschichten. Die animierte The Clone Wars-Serie zeigt das ganz gut. An The Clone Wars sieht man, dass es noch Platz für Storylines neben der Skywalker-Saga gibt. Die Klone in der Serie beispielsweise, die verschiedene Charakterzüge entwickeln. Das Star Wars-Universum bietet viel Potenzial: Es gibt unzählige Charaktere mit ihren eigenen Hintergrundgeschichten – Planeten mit Schnee, Vulkanen oder Stadt-Planeten wie Coruscant, bei dem der ganze Planet ein riesiger Spaceport ist. Star Wars bietet einfach so viele Möglichkeiten, Sachen zu bauen und mir macht es unheimlich viel Spaß.

C: Und deine Lieblings-Set-Reihe? Ist dann auch Star Wars?

N: Da muss ich überlegen. (überlegt) Ja, da muss ich nochmal Star Wars sagen. Da freue ich mich auch auf die kommenden Sets, wenn die nächsten Star Wars-Storys kommen. Ich finde es auch beeindruckend, wie viel Liebe zum Detail in manchen Sets vorkommt – dem UCS Millenium Falcon zum Beispiel. Ich hab’s zwar nicht selbst, aber das Set ist krass. Ich erinnere mich an mein Praktikum im Lego Store: Da hatten wir zehn Exemplare des UCS Millenium Falcon, was schon ordentlich ist für ein 800€-Set. Das war nach drei Tagen ausverkauft, das fand ich beeindruckend.

C: Also interessiert dich besonders die UCS-Reihe? 

N: UCS ist ein Teil davon. Was ich nicht mag sind diese 30€ Sets, die einfach überteuert wirken. Der zweite Platz ginge auf jeden Fall an die Herr der Ringe- und Hobbit-Reihe. Die Sets sind richtig cool und haben tolle Figuren. Außerdem, wer mag Herr der Ringe nicht?

Ride of the Rohirrim by h2brick, auf flickr

C: Hast du ein Lieblings-Lego-Teil, das du gerne in deinen Mocs verbaust?

N: In den letzten Monaten verbaute ich am liebsten den Profile Brick, den 1×2 Mauerstein. Vor allem, da es ihn in einer Fülle an Farbvariationen gibt. Viele bauen ihn in verschiedenste Bauwerke ein: In Weltkriegs-Modelle zum Beispiel. Er passt auch gut für Star Wars Bauten – für Tempel zum Beispiel.

C: Du hast schon viele Bauwerke vorgestellt. Gibt es eins, auf das du besonders stolz bist?

N: Lange Zeit hätte ich gesagt, das es mein Moc Slopes of Rhen Variante wäre. Seit neuestem würde ich Levels of Coruscant sagen. Ich finde es interessant, da ich viele verschiedene Farben eingebaut habe, die man nicht direkt mit Coruscant assoziieren würde. Das geht in verschiedene Richtungen: Bei Coruscant denkt man meinst an hellgrau, dunkelgrau, Grautöne. Ich dachte mehr an die Slums des Stadt-Planeten und wie ich das in mein Moc integrieren kann.

Bei diesem Moc habe ich zuerst mit den Figuren angefangen, erst danach habe ich gebaut. Das verdreckte Wasser mit 1×1 Transgreen Fliesen, die Garage, das dreckige Feeling, die Polizei auf Patrouille. Ich finde, diese verschiedenen Elemente passen für Coruscant gut zusammen. Deswegen würde ich es aktuell als mein Lieblings-Moc bezeichnen.

Levels of Coruscant by h2brick, auf flickr

C: Du hast auf der Bricking Bavaria 2018 ausgestellt, ich konnte deine Werke auf der Ausstellungsfläche von RebelLUG begutachten. Wer sind die Jungs?

N: RebelLug ist eine internationale Lego User-Gruppe. Die Mitglieder kommen aus 13 verschiedenen Ländern. Wir haben uns in den letzten zwei Jahren ziemlich vergrößert, wobei die meisten neuen Mitglieder aus den USA und Kanada kommen. Kroatien, Deutschland und Frankreich sind auch vertreten. Das Hauptaugenmerk liegt auf jeden Fall auf Star Wars – wobei wir schon mehrere Collaborations organisiert haben, bei denen die Mitglieder auch beispielsweise zu Castle oder anderen Themen bauten. In der Gruppe gibt’s eine Mischung von verschiedenen Themen, auch wenn wir mit Star Wars angefangen haben.

C: Bist du auch in anderen Communitys aktiv?

N: Ja, ich habe zum Beispiel EmpireLug mitbegründet. Sie ist hauptsächlich auch eine Star Wars-Gruppe. Doch wir wollen die Mitglieder dazu inspirieren, nicht nur Star Wars zu bauen. Ebenso möchten wir in Zukunft als offizielle Lug anerkannt werden. Wir hatten bisher schon viel Spaß dabei, über soziale Netzwerke Collaborations zu organisieren.

C: Du warst sicher schon auf einigen Ausstellungen präsent. Welche hat dir bisher am besten gefallen?

N: Ich kann nicht sagen, dass eine die beste von allen ist. Von den europäischen Ausstellungen muss ich sagen, dass mir die Bricking Bavaria am meisten gefallen hat. Auf nordamerikanischer Seite hat mir die Brickfair Virginia gefallen. Dieses Jahr werde ich auch bei der Brickworld in Chicago dabei sein, da bin ich auch gespannt.

C: Was gibt es für Unterschiede zwischen den deutschen und amerikanischen Ausstellungen?

N: Ein großer Unterschied ist, dass man auf amerikanischen Ausstellungen als Aussteller bezahlen muss. Das kostet dich im Durchschnitt etwa 50 Dollar. Dafür bekommt man als Aussteller Goodie Bags und die Organisation wird komplett übernommen. Man muss sich um nichts mehr kümmern. In Deutschland wiederum hilft man sich gegenseitig, sei es mit dem Aufbau von Tischen oder Absperrungen…

C: … also gibt es ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl…

N: …ja, das auf jeden Fall auch. Ein anderer Unterschied wäre wohl, dass es bei den US-Veranstaltungen – auf denen ich bisher war – keine AFOL Abende gab. Bei europäischen Ausstellungen ist das eigentlich meist der Standard, um sich abends nach der Ausstellung nochmal zusammenzusetzen und zu quatschen. In den USA hat das oft eine andere Dimension, da 1000 Aussteller dabei sind. Da macht das auch kein Spaß, einen Afol-Abend zu organisieren. (lacht)

C: Die Lego-Ausstellungen in Nordamerika sind also umfangreicher und es gibt um ein Wesentliches mehr Aussteller. 

N: Ja, das würde ich auf jeden Fall sagen.

C: Danke für das Gespräch h2brick/Noah, wir freuen uns auf deine kommenden Bauwerke!

Inception by h2brick, auf flickr

Wie sich das für junge Lego-Baumeister gehört, ist Noah auf verschiedensten sozialen Netzwerken vertreten. Ihr könnt ihm und seinen Mocs auf Instagram, Flickr und Youtube folgen.

4 Kommentare
Christian
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4 Kommentare

  • lego_fanboy
    7. März 2019, 21:19

    Echt ein klasse Interview! Freue mich schon auf die weiteten Teile dieser Serie!

    REPLY
  • Peter W.
    8. März 2019, 9:36

    Lässig, sehr feine Bauten und ein tolles Interview. Kommt ganz schön herum, der junge Mann!

    Weiter so, finde ich spannend! Was ich mir wünschen würde, ist natürlich auch ein Foto der vorgestellten Personen. Dann kann man zu dem Usernamen auch ein Gesicht verbinden und ggf. bei einer Ausstellung wiedererkennen.
    Lg aus Österreich

    REPLY
    • Christian@Peter W.
      27. März 2019, 8:31

      Danke dir Peter! Ja, das mit dem Foto ist eine gute Idee. Leider wollen das die Leute oft nicht und vor allem bei Personen unter 18 ist uns das rechtlich nicht ganz klar, ob wir da eine Einwilligung der Eltern benötigen. So ist das alles wesentlich unkomplizierter für uns – aber generell versuchen wir natürlich Fotos der Personen mit vorzustellen 🙂

      REPLY

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