Gruselig? Der verrückte Wissenschaftler und sein Mooooonster

Gruselig? Der verrückte Wissenschaftler und sein Mooooonster
  • Figuren (%)
  • Aufbau (%)
  • Swooshability (%)
  • Preis/Leistung (%)
  • Design (%)
68.6%

Banes knallharte Bewertung

Die Figuren sind zwar cool, sind aber im Endeffekt überarbeitete Versionen aus der Sammelfigurenreihe. Spielfunktionen gibt es jede Menge, insbesondere die Laser-Funktion mit dem Light Brick ist eine willkommene Abwechslung; die Glow-in-the-Dark-Steine sind ein weiteres nettes Gimmick. Aufbautechnisch nichts besonderes, das Design ist auf Spieltauglichkeit getrimmt. Das Auto hat zwar eine tolle Farbe, ist aber kein übermäßiger Hingucker. Alles in allem: ganz nett.

Alle warten gespannt auf die Sets der neuen Reihe „Hidden Side“. Doch wozu den neumodischen Schnickschnack, wenn Lego uns 2012 eine düsterere Alternative bescherte? Ein Review.

Wir schreiben das Jahr 2012. Facebook geht an die Börse, Martin Schulz wird EU-Parlamentspräsident, Borussia Dortmund gewinnt erstmals das Double – und Lego geht mit der neuen Reihe „Monster Fighters“ an den Start. Diese Reihe überlebte allerdings nur anderthalb Jahre. Neun Playsets kamen auf den Markt. Dreizehn insgesamt, wenn man die Promo-Tütchen mitzählt. Jedes einzelne Set ist an klassische Horror- und Gruselgeschichten angelehnt; es gab ein Set mit Zombies, ein Dracula-mäßiges Vampirschloss, und natürlich Frankensteins Labor. Letzteres stelle ich in diesem Review vor. Warum blicke ich sieben Jahre nach dieser kleinen und kurzen Reihe auf dieses Monster Fighters-Set?

Warten wir auf Hidden Side?

Februar 2019. Auf der New York Toy Fair stellt Lego die neue Set-Reihe „Hidden Side“ vor. Monster Fighters reloaded – für die Smartphone-Generation. Ähnlich wie bei Monster Fighters gibt es Zombies, verrückte Wissenschaftler und verwunschene Häuser. Die zwei großen Unterschiede zu Monster Fighters: Erstens sind die Fahrzeuge um einiges bunter. Vor allem jedoch sind die Sets auch in der erweiterten Realität sichtbar. Lego bringt dazu eine AR (Augmented Reality)-App heraus, mit der man mit dem Smartphone sein Set scannen, sowie Geschichten und Minispiele spielen kann. Sieht für mich nach teuer produziertem Gadget-Schnickschnack aus, der in anderthalb Jahren obsolet sein wird. Aber warum nicht. Wenn Lego meint, so die Zielgruppe „Smartphone-Suchtis unter 13“ zu erreichen, sollen sie’s versuchen.

Während wir auf die Veröffentlichung von Hidden Side warten und ich meine bisherige Ablehnung des AR-Gedöns in einem fundierten Urteil entweder komplett überdenken oder verfestigen werde, schauen wir also ein paar Jahre zurück. Damals, als VR und AR noch Zukunftsmusik waren und die Kids und kindgebliebenen Erwachsenen sich Geschichten noch selbst ausdenken mussten. Bleibt dran! Tatsächlich gibt es ein paar coole Features in diesem Set, die ruhig öfters hätten vorkommen können.

Verpackung – Vorderseite

Dort haust und arbeitet also der verrückte Wissenschaftler. Dieses Set bringt ein Auto, vier Minifiguren, ein Labor mit Laser und eine Gefangenenzelle mit sich. Uiuiui, gruselig!


Die Harten Fakten.

  • 9466 Der verrückte Wissenschaftler und sein Monster
  • Teile: 430
  • UVP: 49,99 €
  • Verfügbarkeit: Sommer 2012 – Winter 2013
  • Preis pro Stein: 11,6 Cent
Verpackung – Rückseite

Ich habe das Set vor einem Jahr in einem Online-Auktionshaus zu einem guten Preis ersteigert. Es ist gebraucht, dementsprechend sieht man auch ein paar Gebrauchsspuren auf der Verpackung. Auf der Rückseite sind wie gewohnt alle möglichen Spielfunktionen fotografisch festgehalten – und davon gibt es eine ganze Menge!

Die Figuren.

Vier Minifiguren sind dabei – von links nach rechts: „Major Quinton Steele“, das Monster, der verrückte Wissenschaftler und „Doctor Rodney Rathborne“. Ja, es gibt eine ganze Hintergrundgeschichte mit Namen und Fähigkeiten, die sich Lego zu dieser Set-Reihe ausgedacht hatte. Inklusive Browser-Game. Und dann nur neun Sets?

Doctor Rodney Rathborne

Der Held in der Geschichte. Eine Art Cyber-Sherlock, der gute Doktor. Melonenhut, ein Metallbein – laut Hintergrundgeschichte hat ihm ein Werwolf mal das Bein abgeknabbert, deshalb die Prothese. Oder so. Schickes Outfit, gut angezogen, der Gute.

Major Quinton Steele

Das soll wohl sein in die Jahre gekommener Sidekick sein – Herr Major! Ein steampunkiges Monokel, Munitionsgürtel – auf dem Torso beidseitig! Dazwischen klemmt eine Landkarte. Bedruckte Beine mit Tasche – da hat der Major sicher seinen Flachmann drinne – und einen Anhänger mit etwas Spitzigem. Sicherlich gegen Vampire. Grimmiger Dude!

Sagte ich Flachmann? Die Stereotypen sind nicht zu übersehen. Der alte, weise Entdecker mit Tropenhut. In der Mitte der Vorgänger aus der Sammelfiguren-Reihe. Rechts „Doctor Charles Lightning“ aus der Adventurers-Reihe, Jahrgang 2000. Habe bei meinen Kollegen intern nachgefragt, wie sie den Hut nennen würden. „Opa-auf-Reisen-Hut“ und „umgedrehte Kloschüssel“ wären Alternativen.

Der verrückte Wissenschaftler – natürlich in Wissenschaftlerkluft. Dieser hat ein Binokel, auch im Steampunk-Stil. Doppelt bedruckter Kopf. Ganze drei Ampullen mit giftgrüner Substanz trägt er mit sich. Creepy! Die Haare sind aus biegbarem Plastik.

Das Monster, ein sehr hübsches Exemplar, in gebrauchter, zusammengenähter Kluft. Nicht nur die Klamotten sind zusammengenäht: auch seine Stirn lässt einen Eingriff ins Hirn vermuten.

Zum Vergleich: unser Monster mit seinem Kollegen Frankenstein-Monster aus der Collectable Minifigures-Reihe, 2011, wenn ich mich nicht irre. Eindeutig ist die Zweitverwertung: wie bei Major Opa gab es auch den verrückten Wissenschaftler im Jahr zuvor schon als Sammelfigur.

Das Auto.

Hier kommt das babyblaue Auto!

Ich liebe diese Farbe! Alle Teile in Babyblau – oder medium blue – aus diesem Set.

Noch erkennt man keine Rundungen, die charakteristisch für Oldtimer sind. Das Kennzeichen – natürlich ein Sticker – besteht aus der Setnummer 9466.

Interessant: Die hinteren Reifen werden hinter die blauen Steine platziert – und sind im Anschluss nicht mehr sichtbar. Lowrider-Style, baby!

Die Rundungen der Karosserie sind gut gelungen. Die Front ist schön designt. Leider nicht zu übersehen: es ist ein Spielset für Kinder. Eine Schnipsrakete ist am ausziehbaren Beifahrersitz befestigt. Wow, was für eine Spielfunktion. Türen sucht man auch vergeblich.

Unschwer zu erkennen ist der Karren sehr tiefgelegt. Was sich zwar gut für den Schwerpunkt und die Kurvenstabilität machen sollte, ist auf einem holprigen – oder noppigen – Weg eher ein Hindernis. Das Heck sieht kurios aus.

Von vorne hui…

Auch auf dem Dach dürfen Schnipsraketen nicht fehlen, wenn man auf Monsterjagd geht.

… von hinten eher so meeeh

Das Dach bietet Platz für eine weitere Minifigur. Feuer und Flamme bin ich im Gegensatz zum Auto leider nicht.

Das Labor-Dingens

Das Labor besteht aus zwei Teilen, die durch eine kleine Wand zusammengehalten werden. Im folgenden Bild sieht man ganz gut den Aufbau einer Spielfunktion:

Von hinten kann man die senkrechte Stange durch das Technic-Knopfrad zum drehen bringen.

Pew pew pew! Frankensteins Monster wurde gelasert!

Das ist eine ziemlich lustige Spielfunktion. In dem Set ist ein batteriebetriebener Light Brick enthalten. Wenn man den oben beschriebenen Hebel betätigt, geht das Licht durch einen Druckpunkt an und aus. Jeder sollte das Recht darauf haben, ein Monster zu erschaffen. Dieses Set gibt dir die Möglichkeit dazu.

Gif dich, Frankensteins Monster!

Das Licht in Aktion!

Glow-in-the-dark fand ich schon als Kind cool. Maus, Spinne und Totenkopf. Gruuuuselig! So viele Lichter in diesem Set!

Auf der anderen Seite eine Gefängniszelle, die es einem sehr einfach macht zu fliehen. Die Kette soll an das Auto montiert werden, um jemanden beim Ausbruch zu helfen. Frankenstein, sein Monster UND auch noch im Lego City-Style aus dem Gefängnis ausbrechen? Das wird ja immer besser! Nicht zu vergessen das Katapult mit grünlich-durchsichtiger Munition auf dem Dach. Katapulte gegen Schusswaffen, das läuft doch super.

Hier nun die Gesamtkonstruktion. Mit von der Partie sind auch noch Darth Sidious‘ Machtblitze (oben auf dem Dach), im Dunkeln leuchtende Steine, ein minimal verschiebbares Monster-Bett. Nicht zu vergessen: der grüne „Mondstein“ auf dem Dach. In jedem Monster Fighter-Set gibt es einen in einer verschiedenen Farbe. Wenn man sie alle hat, kann man den Über-Bösewicht aufhalten… oder so. Ich rieche Kundenbindung!!

Übrigens konnten bereits im Jahre 2002 Kinder mit Gottkomplex ihre persönlichen Plastik-Monster erschaffen und anschließend weglasern. Dieses Set wurde in ähnlicher Form bereits einmal auf den Markt gebracht: 1382 Scary Laboratory aus der Lego Studios-Reihe.

Der Vorgänger aus dem Jahr 2002. © Lego 2002

Zum Abschied nochmal lächeln – fürs Gruppenfoto! Kann Hidden Side diese Art von Set toppen? Braucht man Augmented Reality bei Klemmbausteinen? Ich weiß es nicht, aber ich bin gespannt auf eure Meinung, werte Leser.

Thilo
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