Auf zu den Sternen!

Auf zu den Sternen!
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78.6%

Brickitdown Warp-Faktor

Mit Lichtgeschwindigkeit zum Erfolg? Einfaches Bauerleben und das Fehlen von Aliens machen diese Serie für anspruchsvolle Sternenkrieger wohl eher uninteressant. Wer aber im Herzen schon immer mehr für das Unterfangen „Erkunden und Entdecken" zu haben war, kann sich über die Sets freuen. Perfekt für Einsteiger!

„… und mutig an Orte zu gehen, wo niemand bisher gewesen ist.“ So in etwa ließe sich der letzte Satz des originalen Star-Trek-Intros ins Deutsche übersetzen. Mehr als 50 Jahre nach diesem Meilenstein der modernen Science-Fiction entdeckt auch Lego nun die Begeisterung für Weltraumabenteuer wieder.

In der aktuellen Welle von City-Sets ist ein umfangreiches Line-up an Raumschiffen und anderen Fahrzeugen für die Erkundung fremder Planeten enthalten. Anders als bei vergangenen Space-Missionen der Dänen – und damit auch außer Konkurrenz zu den Star-Wars-Bausätzen – erwarten die Minifiguren diesmal aber keine bösen Aliens. Die neuen Space-Exploration-Sets im Brickitdown-Review.

Zurück in die 2000er

Vielmehr ähnelt die Grundidee der neuen Reihe den Bausätzen der Discovery-Channel-Serie, die zu Beginn der 2000er-Jahre in den Läden zu finden war. Es geht sprichwörtlich um die Entdeckung neuer Welten – Mars und Mond voran. Passend dazu enthält jedes Set Verweise auf bestehende oder konzeptionelle Missionen der NASA, darunter z.B. auch das Mars-Rover-Programm.

Trotzdem sind die Modelle keine 1:1-Kopien wissenschaftlicher Errungenschaften. Es wirkt so, als hätten die Designer in Billund nahezu jedes alte Weltraum-Modell der Lego-eigenen Reihen in die Hand genommen und auf die Tauglichkeit zur Wiederverwendung geprüft. Danach wurden sie mit den bereits genannten NASA-Konzepten verwoben und dabei noch mit einer Prise der gängigen Sci-Fi-Blockbuster garniert. Der Marsianer, Moon – alles ist irgendwie vorhanden. Wohin das geführt hat? Ich habe mir drei Modelle für dieses Brickitdown-Review genauer angeschaut…

Polybag, Boden, Luft: Auf den Verpackungen sehen die Sets zunächst gar nicht so schlecht aus. Vor allem die tollen Cockpit-Elemente fallen ins Auge.

Bei meinem ersten Einkauf haben es die Rover-Testfahrt und das Forschungs-Shuttle auf meine Einkaufsliste geschafft. Bereits seit Anfang Mai sind die neuen Bausätze nämlich vorab bei Vedes-Händlern und auch bei Lego selbst zu haben. Ab Juli werden sie dann alle Spielzeugläden der Republik füllen. Interessant war für mich besonders der Einführungsrabatt von immerhin 33% auf das Shuttle und 15% auf den Rover, außerdem gab es den Ploybag-Satelliten ab 20€ Einkaufswert gratis dazu. Trotzdem ist dieser in den Geschäften auch regulär erhältlich. Als nettes Gimmik, aber nur halbes „Set“ werde ich dessen Präsentation an das Ende dieses Artikels stellen. Anfangen möchte ich mit dem insgesamt zweitkleinsten Bausatz der neuen Weltraum-Reihe: Der Rover-Testfahrt.

Rock’n’Roll auf der Rover-Testfahrt

Schon beim Öffnen der Box fällt eine Anomalie ins Auge – zumindest, wenn man Sets aus dem Star-Wars- und Marvel-Kosmos gewohnt ist: Zwei Anleitungen? Für dieses kleine Gefährt? Was dahinter steckt, wird schnell offensichtlich. Aber fangen wir langsam an. Was erwartet euch in der Verpackung?

Wenig Plastik und viel Papier? Auf jeden Fall karrt der neue Rover auf seiner Testfahrt gleich zwei Bauanleitungen an.

Wer die Verpackung bereits genauer unter die Lupe genommen hat, ahnt es schon: Viele Überraschungen haben die transparenten Tüten nicht zu bieten. Die Rover-Testfahrt wirft alles ins Rennen, um Kunden zu überzeugen. Und nun sehen wir auch den Sinn der zwei Anleitungen. Diese sind schlicht und ergreifend dazu da, das Bauerlebnis selbst für die Kleinsten so einfach wie möglich zu machen. Der erste Beutel für Anleitung eins, der zweite für Papierbogen Nummer zwei. Der Effekt ist, dass sich der Rumpf des Weltraum-Fahrzeuges schnell und absolut schnörkellos (ein Begriff, den ich wohl nicht zum letzten Mal tippe) zusammenfügt.

Wie bereits auf dem Cover-Bild zu sehen, besinnt sich die 2019er Weltraum-Serie zurück zum Farbschema schwarz-weiß mit orangen Akzenten. Entsprechend unspektakulär sind die enthaltenen Teile. Der Rover ist als Einstiegs-Bausatz oder Schnellkauf für zwischendurch konzipiert. Dafür enthält er neben einem schwarzen Laptop (der Bildschirm wird geklebt) immerhin auch einen bedruckten Computer aus dem (nun also doch!?) verwandten Star-Wars-Universum.

Ebenfalls an Bord: Neue Kristall-Elemente, besser gesagt: Geoden! Und hier haben wir auch schon das erste wirkliche Highlight dieser neuen Bausätze: Die Geoden (kommen in verschiedenen Farben) sind dual-molded. Das bedeutet, dass zwei verschiedenfarbige Kunststoffe formschlüssig ineinandergespritzt wurden und somit ein einzelnes Element am Ende übrigbleibt. Dieses erinnert ein bisschen an die Kosmos-Kristallzucht für’s Kinderzimmer. Die hatte ich jahrelang zuhause herumliegen, aber nie genutzt. Ratet mal, was mir wichtiger war? Genau, Lego! Und trotzdem habe ich nun einen transparent-rosa-farbenen und mit Glitzer versetzten Mini-Kristall zuhause stehen. Juhuu!

Deckel drauf!

Ebenfalls im ersten Bauabschnitt enthalten sind bereits die beiden Minifiguren. Der knallige Raumanzug wirkt inzwischen weniger fantastisch denn funktional und erinnert stark an die modernen Lost-in-Space- und Star-Trek-Produktionen. Ein neuer Helm-Mold komplettiert die Jungzellenkur und lässt mich als Fan ebendieser modernen Serien frohlocken: Nebst schlankerem Look samt einem Hauch in die Form eingearbeiter Details ist auch dieser Helm zweifarbig gespritzt und deutet nun einen flexiblen Nackenschutz in schwarz an.

Hier hört die Freude dann aber auch schon wieder auf. Warum nur ein solcher Helm? Auffällig ist nämlich, dass die Kran-Ingenieurin (doppel-Ausrufezeichen-elf-eins) zwar löblich mit Schutzhelm und -brille versehen ist. Aber sind wir nicht auf fremden Planeten unterwegs? Kann man die Luft dort etwa atmen? Warum dann noch das Raumanzug-Gedöns beim Kollegen? Ein Blick auf die Packung schafft Abhilfe: Das Weltraum-Setting ist beim Rover noch Maske, die ferne Mission ein Bluff? Im Hintergrund ragt die Silhouette der Lego-Stadt auf. Alles nur Trug und Schwindel, wie mit der Mondlan… ? NEIN, NEIN, NEIN! Lesen hilft bekanntlich, denn nachdem es bei diesem Set klar und deutlich um eine TESTFAHRT geht, darf und kann natürlich auf jedem Planeten der kindlichen Fantasie herumgerollt werden. Puh.

Dafür hat das Fahrzeug, und jetzt sind wir auch schon beim zweiten Beutel angelangt, eine schick bedruckte Kanzel spendiert bekommen. Nebst Rädern natürlich, keep rollin‘!

Ebenso linear wie im ersten Abschnitt wird nun also der Aufbau komplettiert. Selten sind dabei mehr als zwei Steine pro Bild in der Anleitung zu setzen, ein klarer Hinweis auf das jüngere Klientel. Trotzdem wird es sogar etwas technisch, wenn es an die Montage der Räder und des Krans geht. Doch mit ein bisschen Fingerspitzengefühl bei den Kunststoff-Teilen und noch etwas mehr davon bei den Stickern für die Solar-Panels gelingt das Ergebnis recht zügig. Kalkulation: 10 bis 15 Minuten für erfahrene, etwas mehr für unerfahrene, Baumeister.

Trotz einfacher Struktur kommt aber an diesem Fahrzeug keine Langeweile auf. Goldene Details lassen den Rover automatisch cool und spacig aussehen, dazu weiß dank Signalfarbe jede Minifigur, dass man dem Kran nicht in die Quere kommen sollte. Dessen Mechanismus findet sich übrigens in weiteren Bausätzen der neuen Space-Serie und funktioniert einwandfrei dank Gummiring. Warum man die Solar-Paneele jedoch nicht bedrucken konnte (sie sind ja in anderen Sets auch enthalten) erschließt sich mir wieder einmal nicht.

Formel Mars

Ein bisschen höher, ein bisschen tiefer, links , DAS ANDERE LINKS, perfekt!

Für den Renneinsatz in der Fomel Mars ist der Rover also schonmal gerüstet. Ob wir die Crew so mitschicken, muss sich noch zeigen. Der Typ in orange grinst mir zuviel, als dass ich ihm den vollen Ernst der Lage abkaufe. Dafür hat seine Kollegin offensichtlich alles im Griff. Vielleicht sollte doch lieber sie den Raumanzug anlegen? Auf jeden Fall empfange ich beim Anblick des Fahrzeuges starke Vibes in Richtung des Filmes Moon

Shuttle-Dienst

Bevor wir aber auch nur daran denken können, das sechsrädrige Fahrzeug auf fremden Welten herumkurven zu lassen, müssen wir es erst einmal dorthin bewegen. Und welches Gefährt läge dafür näher, als das berühmte Space-Shuttle. Zumindest wurde das zweite Set dieses Reviews von eben diesen amerikanischen Raumfähren inspiriert.

Zwei mal drei macht 1,5: Obwohl das Shuttle der Star des Sets ist, lässt auch das Zubehör samt Rover keine Wünsche offen.

Schwungvoll ergießt sich der Inhalt des Bausatzes auf den Tisch, für 30€ sind nun auch drei Beutel enthalten. Wie auch bei der Rover-Testfahrt fällt auf, dass alle Bauabschnitte ein eigenes Anleitungsheft zugeordnet bekommen haben. Ebenfalls am Start ist das obligatorische Sticker-Blatt, das vor allem aus Weltraum-Missionslogos und Raumschiff-Nummern besteht.

Rover Droney jr. und der Iron Man

Davon ist aber im ersten Beutel zunächst nicht viel zu erkennen. In zwei kleineren Tüten verpackt finden sich Klein- und Kleinstteile, die am Ende noch nicht das Raumschiff darstellen, sondern den begleitenden Rover. Moment. Rover? „Schon wieder?“ könnte man an dieser Stelle zurecht fragen. Doch im Gegensatz zum größeren Modell oben ist dieser Freund hier vollkommen automatisiert und erinnert tatsächlich ein bisschen an das letzte echte Modell auf dem Mars, Curiosity.

Auch spannend in diesem Bauabschnitt ist die neue, transparent-rote Sensor-Scheibe. Das Element findet als Buchdeckel auch in vielen anderen Sets Verwendung und das Display ist tatsächlich bedruckt. Ebenfalls enthalten sind zwei der neuen Geoden-Elemente. Während im Rover die ansprechendere Kombination aus Erdfarbe und Glitzerrosa enthalten ist, haben sich hier die Designer aber bei der Farbwahl deutlich vergriffen. Gegen das dunkle Orange (dark orange) der Marsoberfläche kommt die glitzerige Füllung in transparentem Hellblau (glitter trans-light blue) nicht an.

Am Ende des etwa fünfminütigen Bauabschnittes steht dann besagter Forschungs-Roboter samt Solarpaneel (Aufkleber, was sonst) und Laserkanoneschneider. Ergänzt wird das Setup von einer raketenbetriebenen Frachtdrohne sowie einer Aufklärungs-/Scan-Drohne mit Rotorantrieb. Wie das Ding aber mit nur einem Drehpunkt überhaupt fliegen will, ist mir ein Rätsel.

Rätselhaft ist auch das Geheimnis des dunkelorangenen Stickers auf der Geoden-Basisplatte. In einem merkwürdigen (und stark an einen QR-Code erinnernden) Muster überlagerns sich rote und blaue Linien. Wer nun eine Ahnung hat, sollte Recht behalten. Lego setzt auch 2019 wieder auf den Farbfilter-Effekt seiner transparenten Elemente. Bewegt ihr die Drohne samt vorhin erwähntem Scan-Schirm über die Musterplatte, verschwinden die roten Linien und zurück bleibt eine Molekül(?)-Struktur, die sich dunkel abhebt. Ein hübscher Effekt, der durch den neuen Look einmal mehr frisch daherkommt. Apropos frisch: Ja, es gibt nun, wie in allen City-Arbeitswelten auch endlich weibliche Astronautinnen. Mit Lippenstift darf diese Kollegin hier zu Werke gehen, wobei man zum Glück auf Rundungen im Anzug-Design verzichtet hat

Cabrio im Weltall

Im zweiten Bauabschnitt kommt dann langsam echtes Raumschiff-Feeling auf. Was wäre auch die Weltraum-Forschung ohne fliegende Untersätze? Dafür erhalten wir eine kleine Sammlung an großen, schwarzen Elementen. Darunter: Zwei 45-Grad-Flügel und Formteile für den Rumpf. Die S-Stufen in orange steuern Akzente bei, passend zum leichten Raumanzug der zweiten Astronauten-Figur in diesem Beutel.

Der kann sich aber nach etwa fünf bis zehn Minuten nur über ein Weltraum-Cabriolet freuen. Mehr als eine grobe Silhouette der Flügel und ein großes, zentrales Triebwerk sind auch nach zwei Dritteln der enthaltenen Bauschritte nicht zu erkennen. Dafür lässt das wiederum in blau gehaltene Innenleben ordentlich Stauraum für solch ein kompaktes Modell erahnen.

Abflug!

Im dritten und letzten Bauabschnitt erhalten Nachwuchs-Astronauten dann aber alles, was sie für den Abflug brauchen. Runde Formelemente verpassen dem Shuttle schnell eine geschlossene Hülle. Erfreulich auch wieder die Druckdichte. Immerhin auf zwei (identische) Standard-Konsolen sowie die echt spacige Cockpit-Scheibe müssen keine Aufkleber angebracht werden.

Diese bleiben am Ende insbesondere den Flügelaufsätzen und den Steuerrudern vorbehalten. Bautechnische Überraschungen erwarten euch auch im finalen Bauabschnitt nicht mehr. Wieder einmal macht sich der Fokus auf eine jüngere Zielgruppe bemerkbar. Auf erfahrene Baumeister hat dies aber nicht unbedingt einen negativen Effekt. Ihr solltet schlicht keine große Herausforderung oder technische Rafinessen erwarten.

Dafür werdet ihr mit einem schnellen und am Ende durchaus in Größe und Ästhetik zufriedenstellenden Ergebnis belohnt. Sowohl beide Minifiguren als auch die Frachtdrohne passen übrigens ohne Modifikation bequem ins Innere des Shuttles. Rover und Propeller-Maschine müssen indes sprichwörtlich außen vor bleiben.

Sticker-Wahnsinn

Eine Krux ist allerdings wie immer das Anbringen der Aufkleber. Ein kleiner Bildschirm im Inneren sollte – wie auch das Solar-Paneel des kleinen Rovers – keine größeren Probleme bereiten. Versätze bei den flächigeren Elementen des Leitwerks dagegen sind nicht nur schnell passiert, sondern auch lästig.

Mein Tipp an dieser Stelle: Sucht euch die längste verfügbare Kante und messt ca. einen Millimeter nach innen ab und legt den Sticker parallel an. Das kann natürlich nach Augenmaß gehen, ist aber meiner Erfahrung nach ein stabiler Orientierungspunkt für die Klebekante – über die meisten Lego-Aufkleber hinweg. Die Abstände zu den schmäleren Rändern links und rechts müsst ihr dann nur noch mitteln (oder ggf. näher an eine gewünschte Kante rücken).

Like a Satellite

Und jetzt wird auch klar, warum ich mir den kleinen Satelliten-Polybag bis zum Schluss aufgehoben habe: Hier gibt es nicht einen einzigen Aufkleber zu platzieren! Statt nervigem Rumgefriemel setzt dieses wirklich schicke Mini-Build auf die bedruckten Elemente, die erstmals bei den Nasa-Frauen (21312) aus der Ideas-Reihe enthalten waren. Insgesamt vier Fliesen mit den Maßen 1×4 Noppen sind so enthalten. Zusätzlich gibt es noch den Taschenrechner/Nummernblock in grau auf 1×1 dazu. Dieser ist immerhin doppelt enthalten, da Elemente dieser Größe bekanntlich als Ersatzteil beiliegen. Und so erhaltet ihr nach etwa zwei Minuten Bauzeit einen einsatzbereiten Satelliten samt Astronaut, die sich wunderbar in das restiche Lineup der Lego City Weltraum-Sets einfügen. Lediglich das Fehlen einer transparenten Basis, um den Satelliten „schweben“ zu lassen, finde ich hier enttäuschend.

  • Name: 30365 Satellit
  • Teile: 36
  • Figuren: 1 (Astronaut weiß)
  • UVP: 3,99 €

Bauen, Fliegen, Kombinieren: Kinder werden ihren Spaß haben

Aber wie fällt nun mein Fazit zu dieser Reihe aus? Natürlich habe ich nur die kleineren Sets getestet, soviel muss immer gesagt sein. Dennoch habe ich schnell ein Gespür für das Prinzip hinter dieser neuen Weltraum-Serie bekommen. Die Modelle sind – abermals – schnörkellos und ohne zu viel unnütze Deko, die so manchem AFOL einen Greeble-Orgasmus bescheren würden. Dafür kommen sie mit einem guten Verhältnis an kleinen Teilen (vor allem beweglichen Elementen) großen Formen für schnellen Schiffbau und einem praktisch kombinierbarem Schwung an Minifiguren. Insbesondere Kids werden dadurch mit Sicherheit viel Spaß haben, denn die Bausätze sind schnell nach Anleitung zusammengefügt, aber auch ebenso einfach neu kombiniert. Selbst doppelt vorhandene Sets stellen kein Problem dar. Im besten Fall erweitern sie das Shuttle und die Station oder funktionieren als Anhänger für den Rover.

Good Vibes

Besonders positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle die zugrundeliegende Prämisse der Lego City Weltraum-Sets: Es geht nicht um Alien-Bekämpfung auf fremden Planeten, sondern vielmehr wieder um die Erforschung des Weltalls an sich. Reale Referenzen vermischen sich in dieser Serie mit Science-Fiction und – nicht zu vergessen – den ganz alltäglichen Jobs der Stadtbewohner.

Ich bin selbst noch immer ein großer Fan der Star-Wars-Reihe, aber trotzdem hat Lego mit dem neuen Weltraum-Lineup einen gewissen Nerv bei mir getroffen. Schöne, neue Elemente (in homöopathischen Dosen!) kombiniert mit klassischen Motiven geben hier einer anderen Form von Science-Fiction einen neuen Anstrich. Und der gefällt mir, good vibes only. Es müssen eben nicht immer Lichtschwerter, Blaster und Monster sein. Die neuen Elemente lassen sich auf jeden Fall cool verwenden. Checkt mal meinen Space-Laptop ab – einfach, aber effektiv:

Das neue Scan-Element passt auf die schwarze Buch-Basis und wird zum Bildschirm für einen Cyber-Laptop.

Preise vergleichen

An dieser Stelle erfolgt aber noch mein üblicher Appell, beim Einkauf auf die Preisgestaltung der einzelnen Anbieter zu achten. Obwohl die City-Astronauten in Summe gute Value-Packs abgeben und mit schicken Teilen aufwarten, sind die Bausätze auch innerhalb von Legos Hochpreis-Kosmos immer noch nicht günstig. Eingangs bin ich bereits auf die Einführungs-Rabatte bei Vedes zu sprechen gekommen. Inwieweit diese noch gültig sind oder bleiben, kann ich nicht voraussagen. Den Polybag-Satelliten habe ich dagegen bei verschiedenen Händlern (auch und vor allem im lokalen Einzelhandel!) deutlich günstiger angeboten gesehen, als zum Beispiel im Legoland (3,99€, diesen Wert habe ich als UVP herangezogen).

Lego-Picasso: Die Sache mit den Farben

Wer außerdem meint, eine Lego-Welt ohne Sticker wäre das paradies, den könnten die von mir getesteten Bausätze potenziell enttäuschen. Wie bereits oben geschrieben, finde ich die vorhandenen Aufdrucke äußerst gelungen. Besonders die Designs der Cockpits sehen nach moderner Raumfahrt aus. Die Qualität der Drucke dagegen ist dagegen wirklich gruselig. Auf den Bildern sollte erkennbar sein, dass der Farbunterschied zwischen dem weiß des Druckes und dem der Steine extrem ist. Während die Scheiben in hellem weiß dekoriert sind, erscheinen die (neuen!) weißen Steine geradezu gelb. Dazu trägt das inzwischen bekannte, aber dadurch nicht weniger üble Problem der Farbschwankungen innerhalb der Steinfarben bei. Während diese produktionsbedingten Abweichungen (der Kunststoff wird inzwischen erst vor dem Spritz-Prozess eingefärbt) zwar manchmal sogar interessante Effekte hervorrufen können (Stichwort: Backsteinmauer) sind sie in Sets wie den hier gezeigten ein echtes Ärgernis. Man sollte meinen, eine Firma wie Lego bekäme dieses Thema schneller in den Griff. Wenn dazu dann ein dünner oder gar falscher Farbauftrag im Druck (möglicherweise hätte eine zusätzliche Farbschicht Abhilfe geschafft) dazukommt, ist das Ergebnis nicht besonders glücklich anzusehen. Zumindest Picasso wäre sicher stolz auf die Dänen.

Einstieg ins All

Alles in allem sind die Sets ein guter Einstieg ins Weltraum-Thema, irgendwo zwischen Discovery-Channel-Serie, Ideas-Rakete und eben Star Wars. Entsprechend sollten Bauprofis mit Anspruch die Finger davon lassen, dafür sind die kleineren Bausätze schon für Lego-Anfänger geeignet. Das Action-Potenzial ist vorhanden, aber muss aktiv genutzt werden. Sprich: Swoosht die Sets, was das Zeug hält – es macht Spaß!

So könnte es aussehen, wenn mehrere Sets kombiniert werden.

Und damit bin ich auch am Ende meines Reviews angekommen. Jetzt bin ich auf eure Gedanken gespannt: Habt ihr euch schon eines oder mehrere der neuen Lego City Weltraum-Sets geholt? Wie sind eure Erfahrungen? Lasst es mich und uns in den Kommentaren wissen!

Moritz
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