Die 20-Jahres-Challenge: Lego Star Wars im Wandel

Die 20-Jahres-Challenge: Lego Star Wars im Wandel

Seit 20 Jahren begleitet uns Lego Star Wars inzwischen. Grund genug, einen ausführlichen Blick in fremde Steine-Galaxien zu werfen und mit Luke Skywalker, Darth Vader und Co. zu den Sternen zu fliegen.

Was das Internet kann, können wir bei Brickdown natürlich schon lange. Darum starten wir heute die große 10 20-Jahres-Challenge mit einem Thema, das uns seit nunmehr zwei Jahrzenten beschäftigt: Lego Star Wars. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir tief in diese Reihe hineinblicken: Welche Sets gab es? Welche Figuren? Welche Besonderheiten gibt es bei den Sternenkriegern zu entdecken und natürlich: Wie haben sich die Bausätze zwischen damals und heute verändert?

Es war einmal vor langer Zeit …

Die Geschichte von Lego Star Wars beginnt, wie auch die Filme, vor langer, langer Zeit – aber nicht in einer weit entfernten Galaxie, sondern im dänischen Billund. Dort gelingt der Firma Lego 1999 ein gewaltiger Fang: Sie sichert sich die Rechte, Bausätze zum Star Wars-Franchise herausbringen zu dürfen. Parallel dazu startet im selben Jahr die langersehnte Fortsetzung der Kinofilme. Die ersten Lego-Bausätze zum Krieg der Sterne überhaupt entstammen daher auch ebendiesem Blockbuster: Episode I: Die dunkle Bedrohung.

Kurz darauf folgen dann Sets rund um die originale Trilogie (OT). Highlights unter den ersten Bausätzen: Ein Snowspeeder, ein X-Wing-Fighter und eine Speeder-Jagd auf Endor. Luke Skywalker, Han Solo und Darth Vader gehören zu den ersten Helden dieser Supernova im Lego-Universum. Bis heute hat die Reihe nicht nur hunderte von Bausätzen und Figuren, sondern auch eine der größten Anhängerschaften innerhalb der Lego-Fangemeinschaft hervorgebracht.

Neues zum Jubiläum

Bevor ich zu tief in die Details gehe, zolle ich heute als Auftakt dieser Beitragsserie den neuesten Enthüllungen Respekt. Im Schatten der Nürnberger Spielwarenmesse hat Lego inzwischen das hauseigene Lineup der Jubiläumsbausätze (Erscheinungstermin: April 2019) enthüllt. Diese stellen überarbeitete Designs echter Klassiker dar und kommen jeweils mit einem eigenen Signature-Item: einer neuen Minifigur. Wobei „neu“ wohl der falsche Begriff sein dürfte: Kennzeichnend für die 20th-Anniversary-Edition ist nämlich die Beigabe einer klassischen Minifigur.

Diese Figuren haben jeweils mit dem eigentlichen Bausatz nichts zu tun und sind – abgesehen von einem 20-Jahre-Aufdruck auf dem Rücken und einer Farbanpassung bei den Brauntönen – identisch zu ihren Originalen aus den Jahren 1999 bis 2003; da fällt mir vor allem die tatsächliche Originaltreue der Drucke positiv ins Auge. Die letzte vergleichbare Retro-Figur, Luke Skywalker, war im ersten aktualisierten Lego-Star-Wars-Kompendium (eine Neuauflage erscheint ebenfalls zum Jubiläum) enthalten. Dabei war jedoch nur die Anmutung original: Das Druckmuster wurde vollständig überarbeitet.

Kommen wir nun wirklich zu den Bausätzen. Die neuen Sets mögen zwar praktisch alte Hüte sein, die aufgefrischten Designs sind trotzdem fantastisch anzusehen. Überzeugt euch selbst:



75262 Imperial Dropship | 125 Teile | 19,99€ | © The Lego Group

Imperial Dropship

Der kleinste Bausatz der Anniversary-Edition ist die Neuauflage des Imperial Dropship (7667) aus dem Jahr 2008. Wie im Original sind auch diesmal wieder vier imperiale Minifiguren enthalten: drei Stormtrooper und zum ersten Mal seit der ersten Auflage auch wieder ein Shadow-Trooper in schwarz-silber. Ohne an dieser Stelle tiefer zu schürfen, fallen geschulten Augen sofort die neuen Stormtrooper-Helme auf: Von Fans (in meinem Bekanntenkreis) bislang überwiegend und etwas abfällig als „Wasserköpfe“ bezeichnet, ersetzen sie die inzwischen 19 Jahre alten Vorgänger.

Als Retro-Held ist im Imperial Dropship Han Solo enthalten. Seine hellblauen Beine sind eine Reminiszenz an die Figur, welche exklusiv dem klassischen Millennium Falken von 2000 (Setnummer 7190) beilag.

Apropos klassisch: Auffällig ist auch das Fehlen klassischer Blastergewehre, seit 2006 fester Bestandteil von Lego Star Wars. Diese wurden, wie auch in den neuen Battlepacks, durch Stud-Shooter ersetzt. Was ich davon halte? Nicht viel. Das Dropship wird sich nach dem Release im April auf jeden Fall gegen sein Vorbild im Brickdown-Review behaupten müssen. Ein schweres Gefecht, soviel kann ich versprechen, denn: Das erste Dropship zählt zu den besten und beliebtesten Battlepacks der gesamten Reihe …



75261 Clone Scout Walker | 250 Teile | 29,99€| © The Lego Group

Clone Scout Walker

Ein wenig leichter hat es da der Clone Scout Walker. Zwar hat das Original (Setnummer 7250) aus dem Jahr 2005 auch schon einige Lenzen gesehen, im Lineup der Sets zu Episode III: Die Rache der Sith spielte der kleine Kampfläufer jedoch eher eine Nebenrolle. Nicht, dass dies schlecht gewesen wäre: Der kleine Sprinter gehörte damals mit einem Preis von nur etwa 12€ zu den potenziellen Spontankäufen und Mitbringseln und war entsprechend beliebt.

Das Redesign fährt nun alle Geschütze der modernen Lego-Technik auf, sprichwörtlich. Neben einem solide wirkenden Kampfläufer samt Klon-Pilot gibt es erstmals einen Teil der Wookie-Befestigungsanlagen auf Kashyyyk im Set. Und, ebenfalls ergänzend, auch Antagonisten in Form eines Kampfdroiden und eines Zwergspinnenläufers der Separatisten.

Exklusiv und passend zum Film liegt hier Darth Vader bei. Der alte Aufdruck und die alte Helmform lassen Nostalgiker frohlocken – ich für meinen Teil bin auf das Gesicht darunter gespannt und habe so meine Vermutungen. Aber auch hier wird es mit Release im April eine Gegenüberstellung geben: Set vs. Set und Figur vs. Figur.



75258 Anakins Podracer | 279 Teile | 29,99€ | © The Lego Group

Anakins Podracer

Noch weiter in der Vergangenheit muss man graben, um die Wurzeln des neuen Podracer-Sets zu finden. Optisch wurden hier viele Elemente der Version aus dem Bausatz von 2011 (Set 7962) recycelt, einschließlich der transparenten Technik-Steine für den „schwebenden“ Look. Doch Umfang und Figuren des Podracers zeigen: Die eigentliche Vorlage ist eines der ersten Lego-Star-Wars-Sets überhaupt, Anakins Podracer (7131) aus dem „Urknall-Jahr“ 1999.

An den beiden beiliegenden Figuren fallen mir vor allem Padmés neue Beine und Frisur auf. Erstere sind ein Exemplar der neuen „Teenager“-Elemente und kleiner, als herkömmliche Minifigurenhosen, aber beweglich und größer als die kurze Version des ebenfalls enthaltenen Anakin. Im Original hatten beide Figuren übrigens noch das Standard-Element verbaut, kurze und mittellange Beine waren im letzten Jahrtausend noch Zukunftsmusik. Ebenfalls ein schönes Retro-Detail ist Anakins schlichter Helm mit beweglicher Fliegerbrille. Die Jubiläumsfigur Luke Skywalker trägt in diesem Set ihren bekannten und allerersten Fliegeranzug, dazu schwingt sie ein blaues Lichtschwert.



75259 Snowspeeder | 309 Teile | 39,99 | © The Lego Group

Snowspeeder

Ich mache keinen Hehl daraus: Das nächste Jubiläumsset, der Snowspeeder, ist aus vielen Gründen mein persönliches Highlight. Gründe dafür gibt es viele: Das nahezu unveränderte Design des unmittelbaren Vorgängers (mit einigen verdienten Upgrades), die klassische Figurenauswahl des Originals – Set 7130, Anno 1999 – und ein Rebellengeschütz, das es zuletzt 2004 in dieser Kombination zu kaufen gab. Dass die Pilotenhelme ebenfalls in ihrer originalen Form erhalten blieben (anders, als es das Dropship oben vermuten ließ), ist ebenfalls nur das zweitgrößte Extra.

Denn der Glanz dieser tollen Neuauflage wird nur von Einem überstrahlt: Lando Calrissian, aus dem (schrecklichen) Klassiker Cloud City (10123) von 2003. Viel wurde zu der Figur schon geschrieben. Ich freue mich einfach über das neue alte Cape des Baron-Administrators der Wolkenstadt auf Bespin.



75243 Slave I | 1007 Teile | 119,99€ | © The Lego Group

Slave I

Und mit Bespin schließe ich elegant den Bogen zum letzten und größten Bausatz der 20th-Anniversary-Edition: Boba Fett’s Slave I. …

Moment. Was? … Wirklich? … Ja. Das Raumschiff des Kopfgeldjägers bekommt abermals ein Spielset-Redesign. Mit der UCS-Version von 2015 (ein ausführliches Brickdown-Review gibt es hier) frisch aus den Läden und der kleinen Version im noch relativ jungen Cloud City (Set 75222, 2018) fügt sich dieser Bausatz nahtlos in die goldene Mitte. Größe und Figurengestaltung sind in jedem Fall umfangreicher als noch 2000, dem Jahr von Boba Fetts erstem Lego-Auftritt (Set 7144). Und obwohl der Maßstab eher dem letzten Spielset gleicht (Set 8097, 2010) so ist die Bauweise recht offensichtlich dem übergroßen Schwesterschiff entlehnt.

Dieser (durchaus gelungene!) Mischmasch wird durch ein bemerkenswertes Figurenensemble abgerundet: Neben Han in blauer Jacke (dazu bald mehr) und Boba Fett (ohne Armdrucke) gibt es zwei schon fast obligatorische Kopfgeldjäger aus der berühmten Brückenszene in Episode V: Das Imperium schlägt zurück als Beigabe. Fans ebendieser Filmszene dürften dabei extra laut jubeln: Zum ersten Mal ist Zuckuss enthalten, der nun als letzte fehlende Figur des Ensembles einen Lego-Avatar erhält.

Im Retro-Look liegt der Slave I natürlich noch Prinzessin Leia bei, die ebenfalls im Millenium Falken von 2000 ihr Debüt feierte und im klassischen Figuren-Lineup nicht fehlen darf.

Fortsetzung folgt

In jedem Fall liefert Lego mit den Jubiläums-Sets eine würdige Erinnerung an vergangene Zeiten ab. Gleichzeitig erscheint diese Ansammlung an Klassikern schon fast einer Entschuldigung für die schwache erste Star-Wars-Welle in diesem Jahr gleichzukommen. Auch da setzte man auf Wiederauflagen, allerdings sind die Vorlagen wesentlich weniger ikonisch, als das oben präsentierte Lineup.

Und damit bin ich auch persönlich sehr gespannt auf alles, was uns in diesem 20. Jahr noch so erwartet. Die Sonderfiguren sind ein toller Anreiz, auch als Besitzer der Vorgänger vielleicht nochmal in die Tasche zu greifen. Mit dem abschließenden Film der neuen Star-Wars-Trilogie im Dezember und noch 11 Monaten voller Lego vor uns erwarte ich noch so die eine oder andere Überraschung.

Ich werde mir in kommenden Beiträgen die Zeit nehmen, die Star-Wars-Reihe von Lego unter die Lupe zu nehmen. Ob sich mein positiver erster Eindruck verfestigen kann, werden wir also sehen, wenn die Sets in den Handel kommen. Reviews und Vergleiche gehören dazu, aber auch etwas nerdigeres Trivia über die Grenzen einfacher Sammlerleidenschaft werdet ihr hier auf Brickdown finden. Wusstet ihr zum Beispiel, dass:

  • die Datenbank Brickset bei der Suche nach Star-Wars-Sets aktuell unfassbare 699 Ergebnisse ausspuckt?
  • sogar noch mehr individuelle Figuren gelistet sind? 1037 Einträge gibt es, unter 10.972 Figuren insgesamt.
  • 2018 das Jahr mit den bisher meisten neuen Sets war (71 Stück).
  • der Millenium Falke (75192) sowohl das teuerste Set aller Zeiten ist, als auch die meisten Steine (7541) hat?

Falls euch diese kurze Basisinfo überrascht hat, solltet ihr gleich mal Brickdown ein Lesezeichen verpassen, denn: „Viel zu lernen ihr noch habt“, wie ein gewisser Jedi-Meister sagen würde. Wem die Fakten jedoch nur ein müdes Gähnen entlockt haben, rate ich ganz besonders zum Weiterlesen. Immer wieder stolpere ich in den Weiten des Internets, aber auch in denen meiner Lego-Kisten auf überraschende Details. Manchmal etwas nerdig – vielleicht – aber auch immer wieder erstaunlich. Hier auf Brickdown bekommt ihr sie alle!

3 Kommentare
Moritz
ADMINISTRATOR
PROFIL

Hinterlasse einen Kommentar

* Pflichtfeld. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlich.

3 Kommentare

  • Legonaut
    12. Februar 2019, 18:54

    Hallo Jungs,

    Erstmal Glückwunsch zu diesem tollen Blog, habt ihr echt schön hinbekommen!

    Nun zum (P)review, beim AT-RT und Snowspeeder kann ich dir nur voll zustimmen dass sie gelungen sind. Mit Ausnahme des "Battlepacks" der Reihe finde ich alle anderen Sets auch Solide, besagtes Set dass aus der Reihe tanzt finde ich einfach ziemlich Schwach. Die neuen Helme und Studshooter im allgemeinen sehe ich als visuelles Downgrade an. Zwar ist das Dual molding bei Helmen an und für sich eine schöne Sache, jedoch wirkt es mir hier eher fehl am Platze da es die ohnehin schon großen, alten Helme nochmals ausufernder macht. Den Shadow Trooper hingegen finde ich echt gut, da er mich an die guten alten Expanded Universe Zeiten erinnert.

    Das waren mal so meine Gedanken zu den neuen Sets 🙂

    Grüße
    Legonaut

    REPLY
    • Moritz@Legonaut
      12. Februar 2019, 22:49

      Hallo Legonaut,

      danke für deine netten Worte! Wir geben uns auf jeden Fall viel Mühe, Brickdown so interessant wie möglich zu machen – technisch wie inhaltlich.

      Warum man ausgerechnet das Dropship in die Anniversary-Reihe aufgenommen hat, kann ich auch nur bedingt nachvollziehen. Geht man vom Appeal der Figuren und des Originals aus, lässt es sich wohl rechtfertigen. Was die Helme und Shooter betrifft, hast du absolut recht, da werde ich beim direkten Vergleich dann auch sicher noch das eine oder andere Wort zu verlieren.

      Ich muss gestehen, dass ich noch keinen der neuen Stormtrooper-Helme in der Hand hatte. Mir schwante aber schon beim Mimban-Stormtrooper aus dem TIE (75211) Böses. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, was allerdings die Beeinträchtigung der Spielfunktion – die Drehbarkeit des Helmes – nicht vergessen macht. Der AT-RT besticht mich dagegen aktuell noch im Farbschema, nicht aber in der Form. Die ist nämlich vom letzten Modell 75002 aktuell kaum zu unterscheiden. Das muss ich ebenfalls erst aufbauen und wirken lassen. 🙂

      Aber wie gesagt, dazu werde ich mich dann ausführlich äußern, wenn ich alles in der Hand halte. Für den Moment: Schön, dass du da bist und gleich den ersten Kommentar auf Brickdown hinterlassen hast!

      Beste Grüße,
      Moritz

      REPLY
  • HawaiiToad
    14. Februar 2019, 18:42

    Das zu einem Jubiläum irgendwas kommen muß ist logisch. Das zu verschlafen wäre ja auch mehr als marketingtechnisch ungeschickt.
    Auch die Grundidee finde ich nicht übel: Neuauflage alter Sets und dazu jeweils eine Minifigur im Retro-Design.
    Ob ich von der Ausführung jetzt sooo begeistert bin kann ich nicht behaupten.
    Es hätten sich vielleicht noch andere Sets/Szenen angeboten. Zudem wirkt die Beigabe der Figuren etwas willkürlich. Lando wäre bei der Slave sicher besser aufgehoben gewesen, Han wird im BP verheizt und Luke, Leia und Vader im Zusammenhang mit diesen Sets erschließt sich mir auch nicht so ganz.
    Eine Slave ist ok und den Snowspeeder muß es auch alle paar Jahre wieder für nächsten Kids im LEGO-SW-Fieber geben.
    Der Sammler mit 1-2 in der Sammlung überlegt es sich halt dann noch mal sehr genau, ob er das wirklich braucht.

    Ganz neue Sets wären dann natürlich noch besser gewesen.
    Das SW Set75229 (Flucht vom Todesstern) wäre in dieser Reihe gut aufgehoben gewesen.
    Eine Leia in Retro wäre hier "doppelt gemoppelt", aber Han. Luke im X-Wing-Suit oder Vader wären alles mögliche Figuren für diesen Filmteil gewesen.

    Das Battlepack ist zwar nett um (mit Rabatt) seine Trooper-Armee aufzubauen, allerdings sollen die natürlich alle gleich aussehen. Änderungen zu der vorherigen Sammlung sind dann nicht so schön.
    Viele wollen ja mal ein SW-Moc mit 12+X Troopern bauen, rückt somit wieder etwas näher, beißt sich aber eben im Detail mit den in der Sammlung vorhandenen älteren Versionen.

    Wie gesagt, von der Grundidee gut gedacht, aber bei einem Event wie "20 Jahre LEGO-SW" wäre mehr drin gewesen.

    mfg HT / Christian

    REPLY

Posts Carousel

Top Artikel

Neueste Artikel

Top Autoren

Meistkommentiert